Technologiewerte und Thyssen im Blick
Dax tendiert seitwärts

Die deutschen Aktienwerte haben sich am Freitag im Vorfeld der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten ohne klare Tendenz präsentiert, wobei Tech- Titel allerdings zulegen konnten.

Reuters FRANKFURT/M. "Die Technologieaktien vollziehen die Vorgaben der starken Nasdaq von gestern nach", sagte Jörg Dechert, Aktienhändler bei der Helaba. Ansonsten warteten Marktteilnehmer die am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten ab. Insgesamt sei die Grundstimmung am Markt verhalten positiv.

"Hier setzt man darauf, dass, wenn die Konjunktur in 2002 anspringt, die Verlierer von diesem Jahr die Gewinner vom nächsten Jahr sein werden." Neben den festeren Technologiewerten zogen auch die Aktien von Thyssen das Interesse auf sich. Die Aktie fiel, nachdem der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr einem Agenturbericht zufolge einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht haben soll.

Der Dax notierte am Mittag kaum verändert zu seinem Vortagesschlusskurs bei 4 635 Punkten, zeigte sich aber seit Handelsbeginn äußerst volatil.

Am Neuen Markt klettern die Kurse im Sog der Nasdaq-Vorgabe nur leicht. Händler sagten, die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus der Eurozone hätten kaum Auswirkungen auf das Geschehen gehabt. "Positive oder negative Konjunkturdaten haben zurzeit relativ wenig Einfluss auf die Märkte", sagte Aktienhändler Dechert weiter. "Das hat man gestern gesehen, nach den relativ schlechten Einkaufsmanager-Zahlen aus den USA ist der Markt nach oben geschossen." Vielmehr sei der Markt wenn überhaupt von Liquidität getrieben. "Wenn wir Käufe sehen, dann eher deshalb, weil die Leute gezwungen werden hier rein zukaufen, also gerade die Fondsmanager, die zu hohe Cashquoten haben."

Im Dax waren die Titel der Technologieunternehmen die größten Gewinner. Die Aktien von Siemens, Infineon, SAP und Epcos kletterten um bis zu mehr als zwei Prozent. Händler und Fondsmanager führten die Tendenz unisono auf die positiven Vorgaben der US-Börsen zurück.

Die US-Technologiebörse Nasdaq hatten den Handel am Donnerstag mit einem Plus von mehr als drei Prozent beendet. Auch die Halbleiterwerte an der Börse in Chicago hatten deutliche Kurszuwächse verzeichnet.

Ebenfalls im Aufwind lagen daneben die Titel der Deutschen Bank, die mit einem Kursanstieg von mehr als zwei Prozent ihre freundliche Vortagesstendenz fortsetzen konnten. Am Donnerstag hatte das Finanzinstitut bekannt gegeben, an seinen Ergebniszielen bis 2003 festzuhalten. "Die Bank ist immer noch einer der besten deutschen Banken, die Aktie dürfte sich jetzt aber auf einem fairen Bewertungsniveau bewegen", sagte ein Händler.

Zu den größten Verlierern zählten sich dagegen die Aktien von Thyssen Krupp mit einem Abschlag von fast drei Prozent auf 11,89 ?. Zuvor hatte die Agentur vwd berichtet, das Ergebnis vor Steuern sei bei Thyssen-Krupp im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 auf rund 800 Mill. ? von 1,1 Mrd. ? im Vorjahr geschrumpft. Ein Thyssen-Krupp-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. "Der Markt war darauf vorbereit, dass der Konzern das Vorjahresergebnis nicht übertreffen würde, aber 800 Mill. ist viel weniger als erwartet", sagte ein Händler.

Von ihren anfänglich deutlichen Verlusten konnten sich die die Titel des Touristikkonzerns Preussag erholen. Die Aktie notierte rund 1,4 % tiefer bei 27,10 ?, nachdem der Konzern unter anderem einen Anstieg bei den Buchungen für die Wintersaison bekannt gegeben hatte. Zudem seien die eigenen Prognosen für das Sommergeschäft 2001 erreicht worden. Zuvor hatte die Aktie noch deutlicher im Minus gelegen. Mit Blick auf die derzeitigen Schwierigkeiten in der Tourismusbranche nach dem 11. September sagte Analyst Raimon Kaufeld von der DZ Bank: "Da ist Verunsicherung im Markt, aber der ist weitestehend im Kurs drin, man muss die Entwicklung abwarten. Wir gehen davon aus, dass die Kunden sich im kommenden halben Jahr zurückhalten werden, der Sommer dürfte dann wieder relativ normal verlaufen."

Um 14.30 Uhr (MEZ) steht der US-Arbeitsmarktbericht zur Veröffentlichung an. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten in dem Bericht einen Rückgang um 289 000 Stellen und einen Anstieg der Arbeitslosenrate auf 5,2 % von zuvor 4,9 %. Der Bericht sei vor allem so wichtig, weil er erstmals vollständig die Folgen der Anschläge widerspiegele, sagten Händler.

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