Technologiewerte und Unklarheit bei den US-Wahlen wirken weiter belastend
Dax kann sich am Nachmittag knapp behaupten

Im Gleichschritt mit kleiner werdenden Minuszeichen an Wall Street konnte sich auch der Dax von seien Tiefstständen lösen.

vwd FRANKFURT. Knapp behauptet notieren die deutschen Aktienkurse am Donnerstagnachmittag. Bis gegen 17.30 Uhr steht der Dax nur noch mit gut fünf Punkten auf 7 003 Zählern im Minus. Das Tageshoch liegt bislang bei 7 019,57, das Tagestief bei 6 935,31 Zählern. Im Gleichschritt mit wieder kleineren Minuszeichen an Wall Street konnte sich auch das deutsche Börsenbarometer von seien Tiefstständen lösen. Händler sprechen zudem von Short-Eindeckungen, die jedoch bekanntlich nicht von allzu langer Dauer seien. "Das waren Day-Trader, die drauf gehauen haben und sich dann im Zuge der leichten Erholung wieder eindecken mussten", erklärte ein Teilnehmer.

Insgesamt spiegele das Handelsgeschehen die Unentschlossenheit und die Nervosität mit Blick auf die noch immer unentschiedenen US-Wahlen wieder. "Wenn wir heute abend kein Ergebnis bekommen, dürfte es weiter runter gehen - dabei tritt der neue US-Präsident doch erst im Januar sein Amt an, auf eine Woche mehr oder weniger sollte es da eigentlich mit dem Wahlausgang nicht ankommen", sagte ein Händler in London. Auch die neuen Tagestiefs am Nachmittag wurden von Beobachtern eher auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt und das schlechte Sentiment für die Technologiewerte, nachdem die europäischen Märkte seit Mitte Oktober um zehn bis 15 % zugelegt hatten, als auf die US-Erzeugerpreise um 14.30 Uhr.

Auf der Gewinner- und Verliererseite zeigen sich wenig Veränderungen. Die Technologiewerte leiden unter einer erneut schwachen Nasdaq. SAP geben 3,8 % auf 227 Euro ab, Siemens verlieren 2,8 % auf 136,85 Euro, Epcos büßen 2,3 % auf 94 Euro ein, und die T-Aktie verschlechtert sich um 2,3 % auf 40,70 Euro. Im Technologiesektor hatte es zahlreiche Herunterstufungen bzw. verringerte Kursziele gegeben. So hatten ABN Amro SAP herabgestuft. CSFB sehen das Kursziel für Infineon nur noch bei 67 Euro nach 98 Euro, die Deutsche Bank billigt der Aktie nur noch 65 Euro nach 85 Euro zu.

Die Analysten von Goldman Sachs und angeblich auch von Merck Finck hatten Siemens auf "Market Performer" von zuvor "Market Outperformer" zurückgenommen. Ebenfalls zu den Kursverlierern gehören die Chemietitel. BASF geben 1,7 % auf 43,55 Euro ab. Das Unternehmen hatte am Morgen Neunmonatszahlen bekannt gegeben. Bayer folgen mit einem Abschlag von 1,4 % auf 50,92 Euro. Bei den Automobilwerten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. VW verlieren 1,7 % auf 57,65 Euro, nachdem sie von Lehman Brothers auf "Neutral" von "Outperform" zurückgestuft worden sind, da sie deren Kursziel von 60 Euro erreicht hatten.

BMW rücken dagegen um 0,4 % auf 39,10 Euro vor, DaimlerChrysler gewinnen aktuell sogar 1,7 % auf 55 Euro. Auf der Gewinnerseite machen neben den meisten Bankenwerten auch die Versicherungen auf sich aufmerksam. Münchener Rück stehen mit 4,4 % auf 389,40 Euro im Plus, Allianz mit 2,5 % auf 403,85 Euro. Bei der Münchener Rück hat an diesem Donnerstag eine Aufsichtsratssitzung stattgefunden, bei der auch eine mögliche Sonderdividende ein Thema gewesen sein könnte, heißt es im Handel. In der zweiten Reihe verbessern sich Hannover Rück um gut vier Prozent auf 114,50 EUR.

Die Analysten von CSFB hatten das Kursziel für den Titel auf 125 Euro nach 105 Euro angehoben. Software klettern um 9,4 % auf 80,10 Euro, nachdem die WestLB die Aktien auf "Kaufen" von "Outperformer" hochgenommen hatten. SGL Carbon verbessern sich nach Neunmonatszahlen um 6,4 % auf 61,60 EUR. FAG Kugelfischer geben 5,4 % auf 8,01 Euro ab, der Titel war von Dresdner Kleinwort Benson herabgestuft worden. Die Analysten erwarten ein abgeschwächtes Wachstum der Auftragseingänge und damit des Umsatzes ab dem ersten Quartal 2001.

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