Technologiewerte und Versicherungen verlieren
Europa-Börsen präsentieren sich uneinheitlich

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag bei uneinheitlicher Tendenz wenig verändert geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index lag 0,15 Prozent im Plus bei 2442,7 Punkten. Zulegen konnten nach Händlerangaben die Ölwerte. Auf der Gegenseite litten aber Technologiewerte und Versicherungen unter Abgaben. Im Konsumgütersektor drückte die Prognoserevision von Philip Morris auf Tabakwerte wie British American Tobacco, Imperial Tobacco oder Altadis. Gewinnwarnungen der US-Technologiefirma ATMI und schlechte Nachrichten über SBC belasteten die europäischen Techtitel wie Alcatel, welche über sechs Prozent nachgaben. Die Titel des belgische Einzelhändlers Delhaize gehörten nach der Zurückstufung durch UBS ein weiteres Mal zu den Hauptverlierern. In Amsterdam belasteten die Papiere des Lebensmittelkonzerns Numico den Index. Ein Zeitungsartikel habe Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung bei Numico genährt, hiess es. Die Ölwerte erhielten aufgrund von neuen Sorgen wegen des Irakkonfliktes Auftrieb. BP schlossen 2,5 Prozent fester. Shell legten 2,1 Prozent zu und TotalFinaElf gingen 1,7 Prozent fester aus dem Markt.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse legte zum dritten Mal in Folge zu. Der FTSE 100 Index stieg um 1,47 Prozent auf 3907,2 Zähler. Positive Brokerkommentare und ein Anstieg des Index des britischen Verbrauchervertrauens hätten dem Markt Auftrieb verliehen, erklärten Händler. Davon hätten insbesondere Einzelhandelswerte profitiert. So gewannen Next 6,8 Prozent, Great Universal Stores 4,1 Prozent und New Look 4,4 Prozent. Unter den ebenfalls gesuchten Ölwerten stiegen BP um 2,5 Prozent und Shell um 2,1 Prozent. Die Papiere das Werbeunternehmens WPP gewannen nach dem Abschluss eines gemäss Kreisen lukrativen Auftrages von Gillette 4,5 Prozent hinzu. Dagegen verloren die Titel des Tabakunternehmens British American Tobacco nach der Prognoserevision des US-Konzerns Philip Morris 2,2 Prozent. Bei den Branchenkonkurrenten büssten Gallaher 2,9 Prozent und Imperial Tobacco 3,9 Prozent ein. Die Titel von Compass rückten 3,4 Prozent vor. Die Cateringgruppe hatte seine Prognosen für 2002 bekräftigt.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen nach einer Achterbahnfahrt etwas fester. Der SMI, der vor einer Woche bei 4735,5 Punkten notierte, schloss 0,21 Prozent höher auf 4909,3 Punkten. Nach Tagen steigender Kurse hätten vermehrt Gewinnmitnahmen auf die Kurse gedrückt. "Ein klassischer Konsolidierungstag", sagte ein Händler. Zu den Gewinnern im Finanzsektor gehörten Zurich , die 2,3 Prozent gutmachten. Händler verwiesen auf den Verkauf der Beteiligung an der Endurance Specialty Insurance Ltd. Bermuda für 100 Millionen Dollar. Swiss Re gingen ein Prozent fester aus dem Handel. Nestle und Novartis gingen kaum verändert aus dem Handel.

PARIS - Die Pariser Börse gab etwas nach und unterbrach damit eine zweitätige Kursrally. Der CAC 40 Index verlor 0,34 Prozent auf 2951 Zähler. Negative Meldungen des US-Technologiekonzerns SBC belasteten nach Händlerangaben den Technologiesektor. Dabei rutschten Alcatel 6,4 Prozent ins Minus. Thomson Multimedia verloren 4,2 Prozent. Dagegen gewannen die Titel der Hotelkette Accor nach einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs 2,6 Prozent. Credit Agricole stiegen 2,9 Prozent. Händler verwiesen auf die mögliche Übernahme durch Credit Lyonnais.

FRANKFURT - Belastet von Kursverlusten der Technologiewerte und einer schwachen Eröffnung der Wall Street gab der Deutsche Aktienindex in einem umsatz- und nachrichtenarmen Handel nach. Die erneut gefragten Automobilaktien verhinderten dabei ein stärkeres Absinken des Börsenbarometers. Der drohende Irak-Krieg und die unsicheren Aussichten für die Entwicklung der Konjunktur sorgten für starke Zurückhaltung unter den Anlegern, sagten Börsianer. Ausserdem drücke die Diskussion um mögliche Steuererhöhungen der neu gewählten rot-grünen Regierung auf die Stimmung. Angesichts der wenigen kursrelevanten Firmennachrichten konzentrierte sich das Interesse der Anleger auf MobilCom und Gerry Weber, hiess es weiter.

BENELUX - Der Amsterdamer AEX Index büsste 1,26 Prozent auf 315,74 Zähler ein und der Brüsseler Bel20 Index verlor 0,62 Prozent auf 1934,47 Punkte. In Brüssel fielen Delhaize weitere 8,9 Prozent. Der Einzelhändler hatte am Vortag seine Prognosen für 2002 gesenkt. Der niederländische Einzelhändler Ahold verlor 1,9 Prozent. Die Papiere des Lebensmittelkonzerns Numico brachen rund 14 Prozent ein. Ein Zeitungsartikel habe Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung bei Numico genährt, sagten Händler. Bei den Finanzwerte verloren ABN Amro 6,4 Prozent und Aegon vier Prozent.

MAILAND - Der Mib30-Index der Mailänder Börse verlor 0,45 Prozent auf 22.562 Zähler. Hauptverlierer waren die Titel der Banken Banca Nazionale del Lavoro (BNL) mit minus 6,4 Prozent und Monte dei Paschi di Siena mit minus 5,2 Prozent. Die beiden Banken stehen möglicherweise vor einer Fusion. Konkurrentin IntesaBCI verlor 4,7 Prozent. Dagegen legten die Titel des Autobauers Fiat 2,3 Prozent zu.

MADRID - An der Madrider Börse schloss der Ibex 35 Index um 0,91 Prozent schwächer bei 5630 Punkten. Bei den Schwergewichten rutschten Telefonica 2,1 Prozent, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria 1,8 Prozent und Santander Central Hispano 1,6 Prozent ins Minus. Santander hatte mitgeteilt, entgegen Spekulationen ihre Dividende dieses Jahr trotz eines erwarteten Gewinneinbruchs nicht zu kürzen. Gegen den Trend kletterten die Titel der Technologiefirma Indra 5,1 Prozent.

SKANDINAVIEN - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen notierte praktisch unverändert bei 225,5 Zählern. Gesucht waren die Titel der norwegischen Aluminiumgruppe Elkem, die laut Händlern aufgrund von Übernahmegerüchten 9,4 Prozent nach oben sprangen. Dagegen verloren Skandia rund zehn Proent. Unter den schwergewichtigen Telekomausrüstern verloren Nokia 1,5 Prozent und Ericsson 4,8 Prozent.

WIEN - Der Wiener ATX-Index ging mit einem Minus von 0,23 Prozent auf 1064,93 Punkten ins Wochenende. Bei lustlosem Handel geben einige ATX-Schwergewichte nach. Eine CSFB-Analyse von Telekom Austria brachte dem Wert keine Umsatz-Impulse. Unter Druck waren nach wie vor AUA mit minus sieben Prozent. Schwächer notierten auch Flughafen Wien und RHI. Fester dagegen die beiden Versorger EVN und Verbund.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%