Technologiewerte unter Druck
Europäische Börsen durch Infineon-Gewinnwarnung belastet

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch nach der Gewinnwarnung des deutschen Halbleiterherstellers Infineon überwiegend schwächer geschlossen. Analysten sagten, sie seien nach den jüngsten Gewinnwarnungen anderer Technologieunternehmen zwar von einem schwachen Ergebnis bei Infineon ausgegangen. Die Höhe des Verlustes sei jedoch eine Überraschung gewesen.

Reuters. "Die Gewinnwarnung war in einem solchen Ausmaß nicht erwartet worden", sagte ein Analyst. Infineon hatte am Morgen mitgeteilt, im laufenden dritten Quartal wegen der Branchenschwäche mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von bis zu 600 Mill. Euro und einem Umsatzrückgang um bis zu 30 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu rechnen.

Zum Nachmittag hin bauten die meisten der europäischen Börsen ihre im Tagesverlauf erlittenen Verluste zu einem Großteil im Sog freundlich eröffnender US-Börsen wieder ab. An der Wall Street lagen sowohl der Dow Jones-Index als auch der Nasdaq-Index kurz vor Börsenschluss in Frankfurt allerdings leicht im Minus.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte mit 0,11 Prozent im Minus bei 4 029 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,5 Prozent auf 4 174 Zähler fiel.

London - Pharma- und Ölwerte im Plus

An der Londoner Börse sind die Kurse nach einem im Tagesverlauf noch verlustreichen Geschäft mit leichten Aufschlägen aus den Handel gegangen. Der FTSE-Index schloss um 0,34 Prozent höher bei 5 699 Punkten. Für den im späten Verlauf freundlichen Trend sorgten Händlern zufolge Pharma- und Ölwerte, die von Umschichtungen aus der High-Tech-Branche profitierten. Die Aktien von Glaxo Smithkline stiegen um rund drei Prozent, die der Ölfirmen Shell und BP um 1,7 beziehungsweise 0,7 Prozent.

Zürich - "Crash" bei Nebenwerten

An der Schweizer Börse sind am Mittwoch vor allem die Nebenwerte unter Druck geraten. "Man muss eigentlich von einem Crash in den Nebenwerten sprechen", sagte ein Händler und verwies auf Titel wie Gretag Imaging, Micronas oder einmal mehr auch Sulzer Medica, die im zweiststelligen Prozentbereich nachgaben. Der Blue Chip Index SMI schloss um 0,7 Prozent tiefer bei 7 218,3 Punkten. Die festere Tendenz der US-Aktien habe noch zu Ansätzen einer Erholung geführt, hieß es.

Paris - Technologiewerte und Pinault unter Druck

Die Pariser Börse hat schwächer geschlossen. Die Gewinnwarnungen des deutschen Halbleiterherstellers Infineon und des US-Telekomausrüsters Tellab hätten die Technologiewerte stark belastet, sagten Händler. So fiel der Aktienkurs von STMicroelectronics um rund 3,7 Prozent. Der CAC 40-Index schloss um 0,56 Prozent niedriger bei 5 170 Zählern. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Titel des Einzelhändler Pinault Printemps-Redoute. Die Aktien verloren um mehr als sieben Prozent, was Händler auf Spekulationen zurückführten, der Konzern plane eine Übernahmeofferte für den italienischen Luxushersteller Gucci. An Gucci ist Pinault bereits beteiligt.

Mailand - Bipop trotzen Abwärtstrend

Die Mailänder Börse hat im Einklang mit der Entwicklung an den meisten anderen europäischen Börsen schwächer geschlossen. Der Mib-30-Index gab um 0,97 Prozent auf 36 535 Punkte ab. Gegen dem Trend legten Bipop-Carire-Aktien zu. Bipop-Titel verteuerten sich um 2,45 Prozent, obwohl Presseberichte, wonach die italienische Allianz-Tochter RAS Interesse an der Firma zeigt, von den Unternehmen dementiert wurden. Zu den deutlichsten Verlierern gehörten die Aktien von Telecom Italia mit einem Abschlag von 3,2 Prozent auf 9,86 Euro. Im Tagesverlauf hatten die Titel ein Jahrestief bei 9,82 Euro markiert.

Madrid - Telefonica im Abwind

Die Madrider Börse hat schwächer tendiert. Der Ibex 35-Index schloss 0.3 Prozent tiefer bei 9 021 Punkten. Sorgen über eine Abwertung lateinamerikanischer Währungen hätten vor allem die Titel des Indexschwergewichts Telefonica um 1,6 Prozent auf 14,95 Euro gedrückt, sagten Händler. Telefonica und weitere spanische Unternehmen sind mit größeren Investititionen unter anderem in Argentinien vertreten.

Amsterdam - Chipsektor unter Druck

Die Amsterdamer Börse hat bei deutlichen Verlusten der Chipaktien schwächer tendiert. Der AEX-Index schloss um 0,75 Prozent tiefer bei 551,98 Punkten. Bei den Chipwerten verloren die Titel von Philips 3,4 Prozent und die von ASM Litography 8,8 Prozent. Die Gewinnwarnung von Infineon habe die bereits schlechte Stimmung der Branche weiter gedrückt, sagten Händler. Auch Telekomwerte litten Händlern zufolge unter Gewinnwarnungen. Versatel-Papiere verbilligten sich um 14,9 Prozent.

Wien - Lustloser Handel - EVN im Mittelpunkt

An der Wiener Börse gab es am Mittwoch kaum spektakuläre Bewegungen. Nach Händlerangaben sei lediglich das neuerliche Kursplus von EVN bemerkenswert. "Da gibt es anhaltende Spekulationen, dass der Käufer des EVN-Pakets nicht nur von Verbund, sondern auch aus dem Markt kauft", sagte ein Händler. Hier würden ein aggressiver Käufer aber auch willige Geber gegenüber stehen, fügte er an. EVN zogen 8,21 Prozent nach oben auf 40,05 Euro. Der ATX schloss um 0,32 Prozent leichter auf 1 232,23 Punkten.

Brüssel - Defensive Werte halten Index im Plus

Die Börse in Brüssel hat sich bei Kursanstiegen der defensiven Energie- und Bankaktien gut behauptet gezeigt. Die Aktivität ist Händlern zufolge angesichts der Unsicherheit über die Unternehmensergebnisse und die Zinsentwicklung gering. "Das Klima ist sehr schlecht. Viele Anleger bleiben vom Markt fern", sagte ein Händler. Der Bel 20-Index notierte zum Handelsende mit 1,11 Prozent im Plus bei 2 841 Punkten. Die Aktien von Indexschwergewicht Fortis legten um rund ein Prozent zu.

Stockholm - Schwächer mit Ericsson im Minus

Die Stockholmer Börse hat sich schwächer gezeigt. Der OMX-Index fiel um 1,88 Prozent auf 834 Zähler. Nach der Gewinnwarnung von Infineon und Tellabs fielen Ericsson-Aktien um 1,5 Kronen auf 52,50 Kronen.

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