Technologiewerte unter Druck
Gewinnmitnahmen belasten Dax

Belastet von Kursverlusten der Technologie-Firmen und des Indexschwergewichts Deutsche Telekom hat der Deutschen Aktienindex (Dax) am Montag leichter tendiert. Damit konnte das wichtigste deutsche Börsenbarometer das Kursplus der Vorwoche von mehr als fünf Prozent zunächst nicht ausweiten.

Reuters FRANKFURT. Der Dax verlor bis zum frühen Abend 0,88 Prozent auf 5312 Punkte. Nach wie vor sei der Markt aber in einer stabilen Verfassung und die Stimmung gut, sagte Invesco-Fondsmanager Jochen Mathee. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass der Dax deutlich über der Widerstandsmarke von 5350 Punkten schließen müsse. "Dann könnte es in Richtung 5500 Punkten gehen", sagte ein Händler.

Andere sagten, nach der jüngsten Kursrally könne der Markt bis 5 250 Punkte fallen. Ein halbes Jahr nach den Anschlägen auf New York und Washington tendiert der Dax rund 14 Prozent oberhalb seines damaligen Kursniveaus. Händler sagten, das Thema habe aber am Montag keine Rolle gespielt. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax 50 um 0,46 Prozent auf 1 068 Zähler. Das Nebenwertesegment MDax gab um 0,33 Prozent auf 4 430 Stellen nach.

In den USA gab die Technologiebörse Nasdaq rund Prozent auf 1 910 Punkte nach, während der Dow-Jones-Index für die Standardwerte knapp behauptet tendierte.

Kein rascher Börsengang von T-Mobile

T-Aktien büßten 3,56 Prozent auf 17,08 Euro ein. Telekom-Chef Ron Sommer hatte im Vorfeld der Technologiemesse Cebit gesagt, dass sich das Marktumfeld für einen Börsengang der Mobilfunktochter T-Mobile noch deutlich verbessern müsse. "Der Börsengang kommt nicht in naher Zukunft. Dadurch wird sich auch nicht die Schuldensituation der Telekom verbessern", sagte ein Händler.

Unter Gewinnmitnahmen litten indes die Technologiewerte im Dax, allen voran der Chip-Hersteller Infineon . Infineon-Papiere gaben 5,15 Prozent auf 26,50 Euro nach. "Die Aktie hat sich zuletzt deutlich besser als der Markt entwickelt", sagte Aktienhändler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse. "Der gesamte Chip-Bereich steht jetzt vor einer Korrektur. Wir sehen typische Gewinnmitnahmen." Ein anderer Händler sagte, wegen der Gewinnmitnahmen werde die eigentlich gute Nachricht um den Ausbau von Kapazitäten in Taiwan ignoriert. Durch Vereinbarungen mit zwei lokalen Chip-Herstellern will Infineon die Kapazitäten zur Produktion von Speicherchips (DRAMs) in Taiwan ausweiten.

Siemens - und SAP -Papiere fielen um rund ein Prozent. Am Neuen Markt fielen die Aktien von ACG um knapp elf Prozent auf 6,24 Euro. Der unter der weltweiten Flaute der Halbleiterbranche leidende Chip-Broker ist 2001 wie erwartet operativ in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich auf minus 8,2 (2000: plus 13) Millionen Euro belaufen.

BMW-Aktie auf Rekordhoch

Der Münchener Autohersteller BMW hat mit einem um fast 60 Prozent gesteigerten Ergebnis vor Steuern die hoch gesteckten Erwartungen von Analysten für 2001 noch leicht übertroffen. Der Gewinn im gewöhnlichen Geschäft sei auf 3,242 Milliarden Euro gestiegen. Die Aktie tendierte indes kaum verändert bei 44,40 Euro. Im frühen Handel hatte das Papier zeitweise bei 45,13 Euro ein Allzeithoch erreicht. "Angesichts des hohen Kursniveaus ist es kein Wunder, dass die Aktie keine Sprünge mehr macht", sagte ein Händler.

Strategische Wende bei Babcock

Der Babcock-Borsig -Konzern hat eine strategische Kehrtwende unternommen und den Verkauf der Hälfte seiner Beteiligung an der Werft HDW anstelle einer Fokussierung auf den Schiffbau vollzogen. Damit machte Babcock den Weg für einen deutschen Werftenverbund in Kooperation mit den ThyssenKrupp-Werften frei. ThyssenKrupp-Papiere stiegen daraufhin im Dax um mehr als zwei Prozent auf 17,98. Babcock-Aktien legten knapp zwei Prozent auf 8,90 Euro zu, was Händler allerdings auf den 8,8-prozentigen Einstieg der Deutschen Bank bei Babcock zurückführten.

Auch der Babcock-Großaktionär Preussag teilte am Montag mit, seine Direktbeteiligung von 30 Prozent an HDW ebenfalls an den US-Investor One Equity Partners verkauft zu haben. Damit sei bei Preussag der geplante Ausstieg aus dem Schiffbau abgeschlossen. Preussag-Papiere reagierten mit einem Kursminus von 2,45 Prozent auf 34,70 Euro.

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