Technologiewerte waren gefragt
Dax büßt Gewinne nach Greenspan-Rede ein

Der Deutsche Aktienindex notierte am Donnerstag zeitweise auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Aktienhändler verwiesen auf den Optimismus der Anleger nach den zuletzt guten Konjunkturdaten aus den USA und Europa.

Reuters FRANKFURT. Aktienhändler verwiesen auf den Optimismus der Anleger nach den zuletzt guten Konjunkturdaten aus den USA und Europa. "Es sieht so aus, als ob der Konjunkturaufschwung in den USA und Europa etwas dynamischer als zuletzt gedacht ausfallen wird", sagte Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dem Aufwärtstrend des Gesamtmarktes entzogen sich jedoch die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas Salomon, die um knapp vier Prozent nachgaben.

Der Dax verzeichnete am späten Nachmittag einen Zuwachs von 0,45 % auf 5309 Punkte, nachdem er zuvor zeitweise auf bis zu 5370 Zählern und damit auf den höchsten Stand seit Ende August gestiegen war. Der Nebenwerte-Index MDax notierte kaum verändert bei 4438 Punkten, nachdem er zuvor ein neues Jahreshoch bei 4460 Zählern erreicht hatte. Am Neuen Markt legte der Auswahlindex Nemax50 um 1,6 % auf 1054 Punkte zu.

In den USA bröckelten die Kurse nach einer zunächst festeren Eröffnung teilweise ab. Nach rund einer Handelsstunde verzeichnete der Dow-Jones-Index ein Minus von 0,8 % auf 10 490 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq gab 0,1 % auf 1889 Punkte nach.

Der US-Notenbank-Chef Alan Greenspan zeichnete am Donnerstag ein rosigeres Bild vom Zustand der US-Wirtschaft als noch vor rund einer Woche. Die Erholung sei auf gutem Wege, sagte Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Angesichts des Konjunkturoptimismus bleibt HSBC-Stratege Borghoff bei seinem Jahresendziel von 5700 Punkten im Dax, das nun aber bereits früher erreicht werden könne.

Konjunkturerholung treibt die Börsen

Die am Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten verstärkten weiter die Kauffreude der Anleger. Das US-Arbeitsministerium hatte bekannt gegeben, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien in der vergangenen Woche gesunken. Zudem war die Produktivität im vierten Quartal 2001 im Vergleich zum Vorquartal auf die Jahresrate hochgerechnet um 5,2 gestiegen. Die Lohnstückkosten waren indes im vierten Quartal um 2,7 % im Vergleich zum dritten Quartal gesunken. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum mit einem Anstieg der Produktivität um 4,5 % und einem Minus bei den Lohnstückkosten von 2,1 % gerechnet.



Technologiewerte besonders stark gefragt

Gefragt waren erneut Technologie-Titel im Dax. Epcos verteuerten sich um 2,8 % auf 51,41 Euro. Siemens, SAP und Infineon stiegen um bis zu drei Prozent. "Ich sehe klare Stabilisierungstendenzen im Technologiebereich", sagte Borghoff. "Die Preise ziehen an, die Auftragslage bessert sich." Prinzipiell entwickelten sich Tech-Werte in steigenden Märkten stets überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt.

Adidas und Kamp im Minus

Trotz eines vorsichtig optimistischen Ausblicks des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon fielen deren Aktien um 3,7 % auf 77,05 Euro. Ein Händler sagte, Adidas habe zuletzt indirekt bereits höhere Umsatzerwartungen in Aussicht gestellt. Das sei überraschend und belaste die Aktie ein wenig. Nach Unternehmensangaben soll der Konzernumsatz 2002 um mindestens fünf Prozent wachsen, der Jahresüberschuss um fünf bis zehn Prozent zulegen.

Die im MDax gelistete Großbäckerei Kamps hat im 2001 einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Die Aktie reagierte mit einem Abschlag von 4,5 % auf 10,55 Euro.

Thyssen-Krupp und MAN hochgestuft

Nach Analystenhochstufungen legten die Anteilsscheine von ThyssenKrupp und MAN zu. Die Aktien des Stahlkonzerns verteuerten sich um knapp drei Prozent auf 17,66 Euro. Die HypoVereinsbank hatte die Titel zuvor auf "Outperform" hochgestuft. MAN-Anteile legten um mehr als zwei Prozent auf 29 Euro zu, nachdem Morgan Stanley das Kursziel auf 34 Euro erhöht hatte.

Im MDax stiegen Cargolifter-Papiere um mehr als 23 % auf 4,75 Euro. Bereits am Vortag hatte die Aktie rund 16 % zugelegt, nachdem die Bundesregierung finanzielle Hilfe für den Luftschiffbauer in Aussicht gestellt hatte.

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