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Technologiewerte will nach Weihnachten keiner haben

Während die deutschen Anleger noch die Reste des Weihnachtsstollens verspeisen, arbeiten die amerikanischen Anleger wieder - wenn auch nur mit geringem Interesse. Die New Yorker Börsen sind zwar wieder geöffnet, doch das Handelsvolumen ist am ersten Tag nach Weihnachten gering. Doch gute Laune verbreiten die wenigen Markteilnehmer heute nicht. Sie schicken den Nasdaq Index in den Keller. Der Dow Jones Index pendelt am Mittag zwischen Gewinn- und Verlustzone.

Oracle

, Veritas Software und Sun Microsystems ziehen die Technikbörse in die Verlustzone. Nach dem derzeitigen Stand widerfuhr der Nasdaq das schlechteste Jahr seit der Einführung im Jahre 1971.



Fester tendieren am ersten Tag nach Weihnachten die Internetwerte, allen voran Yahoo. Der Wert profitiert von den ersten Studien, die andeuten, dass sich das Einkaufsvolumen auf den Internetseiten im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln konnte. Das Volumen im internationalen Bereich konnte sogar mehr als versechsfacht werden. Auch Amazon kann davon profitieren.



Schwächer dagegen notieren die Aktien der traditionellen Einzelhändler wie zum Beispiel Wal-Mart. Die prognostizierten Umsätze konnten von den großen Ketten nicht erwirtschaftet werden. Nun befürchten Anleger, dass die enttäuschende Weihnachtssaison und die nun gestarteten Sonderverkäufe die Gewinne der Einzelhändler trimmen könnten. Wal-Mart führt die Dow Jones Verliererliste an. Auch die Aktien von Target tendieren deutlich schwächer.



Gegen die Verluste der Einzelhändler können Pharmawerte steuern. Investoren suchen wie üblich an Tagen, an denen Technologiewerte schwach tendieren, einen sicheren Hafen in defensiven Werten wie Pharmawerte. Merck und Pfizer legen zu.



Das Researchhaus I/B/E/S sieht einen Boden im Aktienmarkt. Darauf deuten die ausgesprochen schnellen und starken Revidierungen der Ertragsaussichten. Mittlerweile liegen die Schätzungen für das durchschnittliche Ertragswachstum im kommenden Jahr bei sechs Prozent. Bedenkt man, dass die Ertragswarnungsphase noch nicht beendet ist und Analysten zu Jahresbeginn die Messlatte meistens zu hoch hängen, scheint ein Ertragswachstum von sechs bis acht Prozent realistisch zu sein. Der Index, der Revidierungen im S&P 500 Index misst, lag im Dezember mit 0,4 das vierte mal in Folge deutlich unter eins. Ein Index unter eins bedeutet, dass die Masse der Analysten Gewinnaussichten reduzieren. Zweimal in den 80er Jahren und zweimal in den 90er Jahren erreichte der Index mit 0,25 bis 0,3 den Boden. In den folgenden zwölf Monaten legte der Aktienmarkt durchschnittlich 30 Prozent zu. Mit einem Index von derzeit 0,4 besteht weiterhin die Gefahr sinkender Ertragsaussichten. Die Revidierungen sind in den Kursen jedoch bereits reflektiert, meint I/B/E/S.

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