Technologiewerte ziehen deutlich an
US-Vorgaben ziehen den Dax ins Plus

Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben am Donnerstagnachmittag die deutschen Aktienwerte auf eine Berg- und Talfahrt geschickt.

pk FRANKFURT/M. Der Deutsche Aktienindex durchlebte ein Wechselbad der Gefühle. Am frühen Abend drehten sie allerdings kräftig ins Plus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Donnerstag mit einem Aufschlag von 1,58 % bei 4 631,27 Punkten.

Über weite Strecken hatten Kursverluste dominiert. Die schlechten Vorgaben der USA vom Vortag belasteten, hieß es. Die etwas geringer als erwarteten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, halfen dem Dax dann kurzfristig nach oben.

Am späteren Nachmittag kam dann der nationale Einkaufsmanagerindex der USA deutlich schlechter als erwartet und schickte die Kurse zunächst wieder in den Keller. Als die Wall Street sich von den schlechten Daten je doch nicht beeindrucken ließ, ging es auch für die deutschen Aktien wieder nach oben.

Im Einklang mit der Wall Street zogen vor allem Technologiewerte an. Epcos führten mit einem Aufschlag von gut 4 % die Liste der Gewinner an. Auch Infineon, SAP und Siemens legten kräftig zu. Bei SAP sprachen Händler zudem von einer technischen Reaktion. Auf der Gewinnerseite fanden sich auch die Papiere der Deutschen Bank, die sich um fast 2,9 % verbesserten. Das Kreditinstitut hatte einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt.

Im Fokus der Anleger standen die Papiere der Deutschen Lufthansa. Mit einem Minus von über 3 % bildete die Fluggesellschaft lange das Schlusslicht unter den Dax-Werten. Am Nachmittag wren jedoch Schnäppchenjäger unterwegs und kauften Lufthansa. Die Aktie schloss fast unverändert. Händler hatten zunächst erklärt, die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber, der die Ertragsausfälle nach den Terroranschlägen in New York pro Tag auf 20 Mill. DM beziffert hatte, seien ein Belastungsfaktor gewesen. Unter Druck standen zunächst auch Eon. Der Energieversorger hatte mitgeteilt, dass der Aktienrückkauf durch das Unternehmen nunmehr abgeschlossen sei. Eon habe am Markt Aktien für insgesamt 4,5 Mrd. Euro oder 10 % am Grundkapital zurückgekauft. Marktteilnehmer meinten, da diese Stütze jetzt weggefallen sei, habe sich wieder Spielraum nach unten eröffnet. Am Abend erholten sich die Aktien jedoch wieder und schlossen mit Gewinnen.

Die Aktie der Deutschen Telekom legte 0,4 % zu, obwohl die Investmentbank Merrill Lynch den Telekomtitel nach den vorläufigen Zahlen vom Mittwoch auf "Reduce" gesetzt, was einer Verkaufsempfehlung gleichkommt. Die Börse sei ferner verstimmt gewesen über die Präsentation der Bilanzzahlen, die für Verwirrung gesorgt hatte. Dennoch wurde die T-Aktie am Abend von der allgemeinen Kauf-Stimmung nach oben gezogen.

Auch die Degussa-Aktie durchlief ein Wechselbad der Gefühle. Erst im späten Handel konnte das Papier die Verlustzone verlassen und um gut 3,4 % vorrücken. Die Analysten von Credit Suisse First Boston haben das Papier von "Kaufen" auf "Halten" zurückgenommen. Das Kursziel wurde von 34 auf 29 Euro runter gesetzt.

Zur Begründung hieß es unter anderem, das rückläufige Mengengeschäft bei Spezialchemikalien könne nicht über Rationalisierungen aufgefangen werden. Die Titel im M-Dax präsentierten sich kaum verändert. Fester lagen dabei Hochtief, Rhön-Klinikum und Rheinmetall, während Gehe und SGL Carbon größere Abschläge hinnehmen mussten. Altana konnten unter den Werten aus der zweiten Reihe deutlich zulegen. Merrill Lynch hatte den Wert auf ihre "Europe 1 List" gesetzt.

Unter den Regionalbörsen war die Tendenz in Berlin uneinheitlich, wobei Bankgesellschaft Berlin etwas vorrücken konnten. In Hamburg fielen Hapag-Lloyd zurück, in Düsseldorf gaben Brau und Brunnen um 0,5 % nach.

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