Techs erholen sich
Wall Street im grünen Bereich

"Das ist ja nicht der Court, auf dem ich mich wohl fühle", sagte Boris Becker, nachdem er am Morgen die Eröffnungsglocke an der Wall Street geläutet hatte - doch der Tennisstar hat auch auf dem Parkett ein glückliches Händchen. Die beiden US-Indizes sind jedenfalls positiv in die neue Woche gestartet, der Dow gewinnt am Morgen 37 Punkte, die Nasdaq verbessert sich um 25 Zähler.

Nach einer schwachen letzten Woche mit moderatem Handelsvolumen und geringer Volatilität werden in den nächsten Tagen stärkere Bewegungen am Markt erwartet. Am Dienstag tagt die Notenbank, von der sich Analysten optimistische Töne aber keine Veränderung der Zinspolitik versprechen. Bei Morgan Stanley hofft man, Alan Greenspan werde die Konjunktur-Risiken "zwischen Schwäche und Inflation" ausbalanciert sehen. Bisher hatte allein die schwache Konjunktur die Währungshüter beunruhigt. Lehman Brothers geht davon aus, dass eine Zinsanhebung dennoch erst in einigen Monaten ins Haus steht und flach ausfallen werde.

Zeitgleich mit der Notenbank tagen die Aktionäre von Compaq und Hewlett-Packard , die am Dienstag über den 21 Milliarden Dollar schweren Merger abstimmen werden. An der Wall Street hält man sich mit Prognosen zurück; in den letzten Wochen hatten sich Anleger und Anlegervertreter fast täglich höchst unterschiedlich zu dem Deal geäußert. "Es scheint, als würde alles auf eine Entscheidung in letzter Minute herauslaufen", sagt Creig Dunlop, Vizepräsident der selbst unschlüssigen Anlegerberatung IVS. Hewlett-Packard verbessert sich am Morgen leicht, Compaq verliert 0,7 %.

Die Big Caps stehen zum Wochenbeginn im Plus. Die Aktie von Cisco Systems legt um 2,8 % zu. Die Experten bei Lehman Brothers wollen erfahren haben, dass der Netzwerkriese kurz vor dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem Kommunikationsriesen Verizon steht, unter der gemeinsames Marketing und Kundendienst für Großklienten fallen soll. Ein Deal mit Verizon, ähnlich der Partnerschaft mit Sprint seit Dezember, verschaffe Cisco einen weiteren Marktvorsprung, Lehman Brothers erneuert die Empfehlung mit "aggressiv kaufen".

Trotz negativer Äußerungen seitens der Analysten von JP Morgan notieren auch andere Netzwerker im Plus. Juniper Networks und Ciena verbessern sich, obwohl die Beobachter für die Quartalsergebnisse rot sehen. Beide dürften die jeweiligen Erwartungen an Umsatz und Gewinn nicht einhalten, ebenso wenig wie Tellabs . Die Aktie von Tellabs notiert schwach behauptet.

Der Chipriese Intel verbessert sich am Morgen um 1,5 %, und auch zahlreiche Chip-Zulieferer wie Applied Materials und KLA-Tencor legen um 3 % zu. Analysten erwarten gute Zahlen, wenn am Dienstagabend der "book-to-bill"-Report vorgelegt wird, der über das Verhältnis von Auftragseingängen und Auslieferungen in der Branche Auskunft gibt.

Um 3,3 % verbessert sich das Papier von Micron . Der Chiphersteller soll einer angedachte Übernahme des südkoreanischen Konkurrenten Hynix näher gekommen sein. Der seit Monaten diskutierte 4 Milliarden Dollar schwere Deal würde Micron zum unumstrittenen Marktführer im Sektor Speicherchips machen.

Im Dow Jones steht der Baumaschinenhersteller Caterpillar leicht unter Druck. Die Aktie verliert 0,5 %, nachdem die Analysten von Bear Stearns das Papier zwar noch empfehlen, aber nicht mehr mit einem klaren "kaufen". Die Aktie habe ihr Kursziel erreicht, sagt Analyst John Inch, wenngleich sie vor allem bei kurzfristiger Betrachtung noch Potential habe. Investoren sind am Morgen dennoch vorsichtig.

Im Plus notieren hingegen Auto-Aktien gehören. Die UBS Warburg erwartet, dass die US-Pkw-Verkäufe in diesem Jahr bei 16 Millionen Stück und damit über den bisherigen Erwartungen liegen. Eine unerwartet robuste Nachfrage und anhaltende Sonderangebote kämen dem Sektor zugute. Die UBS Warburg nennt General Motors die "beste Aktie des Sektors". GM legte vorbörslich leicht zu.

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