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Teenager dürfen nicht für Apple entwickeln

Apple schließt Open-Source-Entwickler aus: Mit 15 Jahren ist Finlay Dobbie für den Computerhersteller zu jung.

Mit sechs Jahren bekam Finlay Dobbie seinen ersten Apple geschenkt und ist seitdem ein treuer Fan des US-Computerherstellers. Über die Jahre hat sich der Teenager zu einem findigen Experten entwickelt. Dobbie wollte Apple bei der Entwicklung des Open-Source-Server-Betriebssystem Darwin helfen - doch er scheiterte.

Vor einen halben Jahr erhielt er zwar eine Zugangsberechtigung als "Adduser" bei NetInfo - Apples Verzeichnisdienst - so dass sein von ihm entwickelter Code in das Darwin-Projekt integriert werden konnte. Über einen ADC (Apple Developer Connection)-Zugang konnte Dobbie fortan nützliche Arbeit für Apple leisten - wohlgemerkt unentgeltlich. Unter anderem hat er es geschafft, einen Computerfehler zu beheben, der bei der Einwahl ins Internet das System einige Minuten blockieren kann.

Vor etwa zwei Wochen dann das Aus: Apple sperrte dem jungen Entwickler den Zugang. Nicht mangelnde Qualifikation ist der Knackpunkt, sondern vielmehr Dobbies zartes Alter. Mitglieder der Apple Developer Connection müssen über 18 Jahre alt sein, um dem "Non-Disclosure Agreement" zustimmen zu können. In den USA darf man diese Geheimhaltungsvereinbarung, die die vertrauliche Zusammenarbeit von Geschäftspartnern regelt, nämlich erst mit 18 Jahren unterzeichnen. Das "Non-Disclosure-Agreement" ist sicherlich auch hierzulande ein Problem für Minderjährige. Nur könnten die Eltern stellvertretend unterschreiben und im Zweifel die Haftung übernehmen.

Finlay Dobbie ist natürlich ziemlich sauer, zumal ihm Apple keinerlei Alternativen für eine weitere Zusammenarbeit aufzeigt. Er wurde nur darauf hingewiesen, dass der Computer-Konzern das Recht habe, die Konditionen seines Entwickler-Programms jederzeit zu ändern. Anspruch auf irgendwelche wie auch immer gearteten Aufwandsentschädigungen hat Dobbie selbstredend nicht.

Das Ganze ist ziemlich schade, denn Apple sperrt mit dieser Politik Talente und potenzielle zukünftige Mitarbeiter aus. Nach einer solchen Aktion dürfte Finlay Dobbie kaum noch Lust verspüren, seine Brötchen bei Apple zu verdienen. Vielleicht kratzt das Apple wenig. Ein gutes Licht wirft es aber nicht auf den Konzern, der sich "think different" auf die Fahne geschrieben hat.

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