Teil der Vortagesverluste wett gemacht: Wall Street stützt europäische Börsen

Teil der Vortagesverluste wett gemacht
Wall Street stützt europäische Börsen

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag deutlich fester tendiert und konnten einen großen Teil ihrer Vortagesverluste wettmachen. Die freundliche Eröffnung an der Wall Street, besser als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsdaten und eine Erholung der spanischen Standardwerte haben nach Händlerangaben den Kursen nach oben verholfen.

Reuters FRANKFURT. Der DJ-Stoxx 50-Index legte 1,3 Prozent zu auf 3 552,40 Punkte. Zu den Spitzenreitern unter den Blue Chips gehörten Versorger wie Suez und Eon sowie verschiedene Tech- und Telekomwerte. Aber auch Bank- und Medienaktien notierten Kursanstiege. Die spanischen Bankschwergewichte Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Banco Santander Central Hispano verbuchten kräftige Gewinne.

Schwächer tendierten die Grundstofferzeuger. Darunter seien die Stahltitel nach der Gewinnwarnung der Thyssen-Krupp nach unten gezogen worden, hieß es. "Der Markt steckt in einer Übergangsphase mit unklarer Richtung. Zinshoffnungen und Geschäftszahlen verleihen den Börsen unterschiedliche Impulse", sagte David Thwaites, Europastratege von BNP Paribas. Die nach Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des US-Chipkonzerns Intel seien ein weiterer Testfall für die Börsen, sagte ein Händler.

London: Schwergewichte auf Erholungskurs

Die Londoner Aktienbörse hat am Dienstag zugelegt. Der FTSE-100-Index gewann ein Prozent auf 5 166 Punkte. Die nach den US-Einzelhandelsdaten gute Marktlaune an der Wall Street habe die britischen Aktien unterstützt. Verschiedene Schwergewichte verbuchten nach jüngsten Verlusten größere Kursanstiege. So legten Vodafone nach der Bekanntgabe des Verkaufs ihres Anteils an Atecs Mannesmann 2,3 Prozent zu. Auch Erdölkonzern BP habe mit einem Kursanstieg von 1,5 Prozent dem Index nach oben verholfen. Zu den Tagesgewinnern gehörten die Aktien der ehemaligen Mobilfunkeinheit der British Telecom, MMO2, mit einem Plus von 3,5 Prozent. Händler verwiesen auf die starke Nachfrage nach ihrem neulancierten Bond. Gesucht waren ebenfalls ARM, nachdem Merill Lynch den europäischen Technologiesektor heraufgestuft hatte.

Paris: Defensive Titel gabe Börse Halt

Die Nachfrage nach defensiven Titeln wie Suez und Alstom hob die Pariser Börse nach oben. Der CAC-40 Index stieg 1,4 Prozent auf 4 510 Punkte. Die Papiere des Versorgers Suez gewannen über fünf Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien des Erdölkonzerns TotalFinaElf mit Plus ein Prozent und Vivendi Environnement, die zwei Prozent fester aus dem Handel gingen. Händler verwiesen auf Umschichtungen von zyklischen auf defensive Titel. Die Aktien des Industriekonzerns Alstom gewannen nach freundlichen Prognosen, jedoch einem leichten Umsatzrückgang im Jahr 2001, über fünf Prozent. Schwergewicht Alcatel verbuchte ein Kursanstieg von 3,2 Prozent.

Zürich: Zurich Financial Services drücken den Markt

Die Schweizer Aktien erholten sich von frühen Verlusten, und schlossen etwas leichter. Der Standardwerteindex SMI schloss nach einem Tagestief von 6 246,4 Punkten 0,1 Prozent tiefer auf 6 292,3 Zähler. Im Markt hieß es, Verluste bei Zurich hätten den Markt gedrückt. "Zurich hat viel kaputt gemacht", sagte ein Händler mit Blick auf die Bekanntgabe einer "versteckten Kapitalerhöhung". Zurich sanken 0,9 Prozent auf 380 sfr. Händler verwiesen auf die Ausgabe eines derivaten Finazierungsinstrumentes und die damit verbundene Kapitalerhöhung. Konjunktursorgen hätten vor allem Technologie- und anderen zyklische Werte wie Sulzer und Kudelski belastet. Die defensiven Schwergewichte Nestle und Novartis notierten dagegen fester.

Amsterdam: Gewinne im Technologie- und Finanzsektor

Die Amsterdamer Börse notierte bei Gewinnen im Technologie- und Finanzsektor fester. Der AEX-Index kletterte 1,3 Prozent auf 494,15 Punkte. KPN Telecom gewannen 2,7 und Versatel rund drei Prozent. Bei den Finanzwerten stiegen Fortis 1,2 und Aegon 0,7 Prozent. Hingegen verlor die Aktie des Großhändlers Laurus 4,7 Prozent. Händlers verwiesen auf einen Zeitungsbericht bezüglich möglichen Klagen von spanischen Unternehmen.

Madrid: Technische Erholung

In Madrid kletterte der Ibex-35-Index 1,9 Prozent auf 7 948,7 Zähler. Händler sprachen von einer technischen Erholung. Im Bankensektor verbesserten sich Banco Bilbao Vizcaya Argentaria 5,2 und Santander Central Hispano um 4,4 Prozent. Gesucht war ebenfalls der Pharmawert Zeltia , nachdem die Titel von BBVA Bolsa heraufgestuft worden waren. Die Telefonica-Aktie rückte 1,4 Prozent vor.

Mailand: Eni beflügelt den Markt

Die Mailänder Börse schloss fester. Der MIB-30-Index stieg 1,3 Prozent auf 31 669 Punkte. Laut Händlern sorgte der kräftige Kursanstieg beim Energiekonzern Eni von über drei Prozent für Auftrieb am Gesamtmarkt. Händler verwiesen auf die positive Aufnahme des angekündigten vier Jahre dauernden Restrukturierungsplanes. Für Aufhellung hätten auch die Titel von Telecom Italia gesorgt, die 1,6 Prozent zulegten. UBS Warburg hatte das Kursziel auf 11 Euro von zuvor 8,6 Euro angehoben.

Stockholm: Textilkonzern H&M belastet den Markt

Der schwedische Standardwerteindex OMX gab gegen den europäischen Trend 1,1 Prozent auf 800,16 Punkte nach. Die Aktien des Textilkonzerns H&M belasteten nach Bekanntgabe enttäuschender Verkaufszahlen im Dezember und einem wenig verheißungsvollen Ausblick die Börse, sagten Händler. H&M verloren über zehn Prozent. Nokia erholten sich teilweise von den Vortagesverlusten und schlossen zwei Prozent höher. Zuvor hatte Goldman Sachs den europäischen Technologiesektor auf "neutral" von "underweight" gestuft. Ericsson schlossen unverändert.

Wien: Flaue Sitzung

Der Wiener ATX-Index gewann in einer gemäß Händlern flauen Sitzung 0,9 Prozent auf 1 128,68 Punkte. Geholfen habe dabei die Nachfrage nach Erste Bank, die um 3,8 Prozent stiegen. Erste Bank verhandelt derzeit mit der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG über eine Verschränkung im Wege eines Aktientausches. RHI, die heute ihre gestern bekannt gegebene Trennung vom US-Feuerfestgeschäft auf einer Pressekonferenz näher erläuterten, fielen 3,3 Prozent und haben damit 2002 bereits rund 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Brüssel: Finanzwerte gut in Form

Der Bel20-Index legte 1,4 Prozent auf 2 658,77 Zähler zu. Die besser als erwarteten US-Einzelhandelsdaten hätten die belgischen Aktien unterstützt, sagten Händler. Angeführt wurde die Gewinnerliste von den zuletzt arg gerüttelten Finanzwerten. Fortis erhöhten sich 1,4 Prozent, Dexia gewannen 2,8 Prozent und die Bankengruppe KBC legte 2,6 Prozent zu.

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