Teilauflösung von Sonderposten
Bosch verdreifacht Vorsteuergewinn

Der Elektronikkonzern Robert Bosch GmbH hat im Geschäftsjahr 2000 vor allem durch einen Sondereinfluss den Gewinn nach Steuern verdreifacht, ist aber mit der operativen Ertragsentwicklung noch nicht zufrieden.

rtr GERLINGEN. Der Jahresüberschuss sei im Jahr 2000 um 200 % auf 2,7 Mrd. DM gesteigert worden, teilte das Stuttgarter Unternehmen am Mittwoch in Gerlingen mit. Der Zuwachs sei vor allem durch einen Steuereffekt aus einer Kapitalmaßnahme begründet. Operativ habe das Ertragswachstum hingegen nicht mit dem erzielten Umsatzplus von 13 % auf rund 61,7 Mrd. DM Schritt halten können. Im Jahr 2001 werde wegen der sich abkühlenden Konjunktur ein weitaus schwächerer Zuwachs erwartet.

Nach Angaben von Bosch wurde der Ertrag im Jahr 2000 positiv durch eine Teilauflösung von Sonderposten beeinflusst. Zu dem massiven Gewinnplus nach Steuern habe maßgeblich die Erhöhung des Stammkapitals von 1,8 Mrd. DM auf 2,347 Mrd. DM im Wege im Schütt-aus-Hol-zurück-Verfahrens beigetragen. Die Steuerlast vom Einkommen und Ertrag schrumpfte dadurch von 803 Mill. DM im Vorjahr auf nur noch 66 Mill. DM.

Preisdruck belastet Kraftfahrzeugtechnik

Das operative Ergebnis habe sich im vergangenen Jahr zwar verbessert, allerdings habe die Rendite nur in den Sparten Gebrauchs- und Produktionsgüter den Erwartungen entsprochen. Der mit Abstand größte Bereich Kraftfahrzeugtechnik habe unterdessen eine unbefriedigende Rendite ausgewiesen. Die sei zum einen in den hohen Vorleistungen für die Dieseltechnik begründet, zum anderen spiele der unvermindert hohe Preisdruck der Branche eine bedeutende Rolle.

Auf das Umsatzwachstum des vergangenen Jahres entfielen nach den Angaben 1,4 %punkte im Saldo auf Zukäufe und Verkäufe, weitere fünf Prozentpunkte entfielen auf Wechselkurseffekte. Bosch hatte im vergangenen Jahr zwar Teile seiner Kommunikationssparte veräußert, andererseits aber unter anderem den japanischen Zulieferer Zexel erworben. Der Erlöszuwachs wurde erneut vom Ausland getragen, dessen Anteil am Umsatz sich auf 72 % von 66 % im Vorjahr erhöhte. Dazu trug auch der mittlerweile abgeflaute US-Markt noch kräftig bei, in dem Bosch im Jahr 2000 noch einen Zuwachs von 20 % erzielte. Der Bereich Kraftfahrzeugtechnik habe einschließlich Zexel den Umsatz um 24 % auf 44 Mrd. DM gesteigert, womit Bosch weiterhin der weltweit zweitgrößte Autozulieferer sei, teilte der Konzern zudem mit. Im Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik sei ein Zuwachs von rund 11,5 % auf 14,6 Mrd. DM erreicht worden. Um etwa zehn Prozent auf 2,3 Mrd. DM habe die Sparte Industrietechnik zugenommen.

Gebremstes Wachstum prognostiziert

Im laufenden Geschäftsjahr rechne der Konzern mit einer weltweit leicht schrumpfenden Automobilkonjunktur, hieß es. Für Nordamerika sei ein relativ starker Rückgang abzusehen. Vor diesem Hintergrund rechne Bosch mit einem deutlich gebremsten internen Wachstum von vier bis fünf Prozent. Die erwartete Abschwächung der Umsatzdynamik werde bereits durch die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten bestätigt. Der externe Umsatz werde vor allem durch die Konsolidierung der von Mannesmann erworbenen Rexroth beeinflusst. Die neue Bosch Rexroth AG, in der neben Rexroth die Sparte Automationstechnik von Bosch enthalten ist, war am 1. Mai gestartet und soll 2001 rund 7,5 Mrd. DM umsetzen.

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