Teile des Gazastreifens besetzt: Israels Armee wieder auf dem Vormarsch

Teile des Gazastreifens besetzt
Israels Armee wieder auf dem Vormarsch

Einheiten der israelischen Armee haben am Freitag die Besetzung eines Gebietes nördlich von Gaza im autonomem Teil des palästinensischen Gazastreifens fortgesetzt.

HB/dpa GAZA. Die israelische Armee ist am späten Donnerstagabend mit etwa 100 Panzern und anderen Fahrzeugen erneut auf autonomes Palästinensergebiet im Gazastreifen vorgestoßen und hat Teile davon besetzt. Ziel der Operation war es laut israelischen Medienberichten, Gebiete zu besetzen, die von palästinensischen Extremisten als Startplätze für Raketenangriffe genutzt würden. Die Aktion folgte einem Raketenanschlag auf die israelische Wüstenstadt Sderot, bei dem jedoch niemand verletzt worden war.

In der Nacht zum Donnerstag hatten israelische Soldaten bei einem Vorstoß in das Flüchtlingslager Dschabalia im Norden von Gaza insgesamt zwölf Palästinenser, darunter eine Frau und ein Kind, getötet. Dieser Operation, bei dem Soldaten das Haus eines palästinensischen Extremisten zerstörten, war ein Selbstmordanschlag in der nordisraelischen Stadt Haifa vorausgegangen, bei dem am Mittwoch 15 Israelis und der aus Hebron im Westjordanland stammende Attentäter ums Leben kamen.

Es ist noch unklar, ob die Armee das Gebiet dauerhaft besetzen wird. Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte Ende Februar gedroht, Israel werde alle Gebiete wieder besetzen, von denen Angriffe auf israelisches Gebiet ausgingen. Bei einem Vorstoß in den Ort Beit Chanun im Norden des Gazastreifens waren daraufhin vor zwei Wochen sieben Palästinenser getötet worden. Armeekreise erklärten am Freitag, Israel wolle künftig durch gezielte Vorstöße gegen palästinensische Extremisten der Hamas-Organisation im Gazastreifen vorgehen, ohne das ganze Gebiet wieder besetzen zu müssen.

Im Westjordanland nahmen Soldaten in der Nacht zum Freitag 16 Palästinenser fest. Sie sollen an der Vorbereitung von Anschlägen auf Israelis beteiligt gewesen sein. Die Armee gab am Freitag die Verhaftung des 31-jährigen Abdallah Dschamal Barguti im Westjordanland bekannt. Er soll einer der wichtigsten "Bombenbauer" palästinensischer Extremisten gewesen und für vier Anschläge verantwortlich gewesen sein, bei denen in Jerusalem etwa 40 Menschen starben.

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