Teilnehmerzahlen nehmen stetig zu
US-Fernsehstrategen glauben an digitale Zukunft

Lange waren digitales Fernsehen und Breitband-Technologie nur in Konferenzzimmern von großen Unternehmen präsent - doch nun scheint sich die Technik auch in privaten Wohnzimmern durchzusetzen.

reuters LOS ANGELES . Bei der diesjährigen internationalen Handelsmesse der Kabelfernseh-Industrie in Los Angeles, die am Dienstag eröffnet wurde, macht sich in dieser Frage jedenfalls Optimismus breit. Das Warten und Werben zahlt sich endlich aus - darüber ist sich die Branche einig. Digitales Fernsehen sei keine Zukunftsmusik mehr, sagt Mitchell Kertzman, Vorstandschef von Liberate Technologies Inc. , ein Anbieter interaktiver Software. "Dieses Jahr geht es nur darum, was angeboten wird."

Es gehe um den Inhalt, um die tatsächliche Anwendung und die Installation von Decoder-Boxen, meint Kertzman. Das digitale Fernsehen mit seinen unzähligen Kanälen und Dienstleistungen - wie interaktives TV und Programmführer - habe sich über das Jahr 2000 in den USA stark ausgebreitet, und die Prognosen für 2001 seien noch günstiger, heißt es bei Branchenbeobachtern auf der Messe, Den Anschluss nicht zu verpassen, ist das Motto. "Im Allgemeinen sehen die Unternehmen dies als eine Chance und fangen an zu verstehen, dass die Technologie da ist, und die Kunden sie nutzen wollen", sagt Joe Franzetta von Mixed Signal Technologies, die zu Time Warner Inc. gehören.

Große Unternehmen in der Kabel-Branche, wie die Comcast Corp., und bei den Satelliten-Anbietern, wie DirecTV von Hughes Electronics Inc. und EchoStar Communications Inc., haben in den vergangenen zwölf Monaten Millionenbeträge in die digitale Infrastruktur investiert. Unzählige Decoder-Boxen seien in Privathaushalten aufgestellt worden, um mehr Serviceleistungen bieten zu können, berichten sie bei ihren Präsentationen im Los Angeles Convention Center.

Interaktiver Video-Service gefragt

Der Service umfasst den Angaben zufolge fast immer die vereinfachte Suche nach der richtigen Fernsehsendung unter den vielzähligen Angeboten. Zum Teil könnten Fernsehzuschauer auch schon interaktive Dienstleistungs-Angebote wie eine Pizzabestellung oder individuelle Produktinformationen in Anspruch nehmen.

Nach Informationen des Marktforschungsinstituts Forrester werden Ende Dezember bereits 4,9 Millionen Haushalte weltweit an einen interaktiven Video-Service angeschlossen sein. Diese Zahl werde sich im kommenden Jahr auf 12,2 Millionen erhöhen. Dagegen waren laut Forrester 1999 nur 700.000 Haushalte digital vernetzt. Diese Entwicklung hat sich auch bei Liberate bemerkbar gemacht.

Seine interaktive Software sei im dritten Quartal 2000 in rund 300.000 Haushalten installiert gewesen, sagt Kertzman. Im letzten Vierteljahr habe es noch einmal einen rapiden Anstieg gegeben. Die Zahl der Decoder-Boxen mit der Software von Liberate sei um einige Hunderttausend gestiegen, schätzt er.

Ähnliche Erfolge hat auch OpenTV Corp. , ein anderer Anbieter interaktiver Software, in Großbritannien zu verbuchen. Nach dem Start im Oktober 1999 versorgt das Unternehmen nach eigenen Angaben nun bereits jeden sechsten Haushalt.

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