Teils starker Geschäftszuwachs erwartet: Automatenhersteller im Pfand-Rausch

Teils starker Geschäftszuwachs erwartet
Automatenhersteller im Pfand-Rausch

Nach der Einigung von Handel und Getränkeindustrie auf eine Pfandentwertungstechnik bei Dosen und Einwegflaschen erwarten einige Automatenhersteller nun einen starken Ausbau ihres Geschäfts.

Reuters BERLIN. "Wir wollen unseren Anteil am Markt stark ausweiten", sagt ein Sprecher des thüringischen Automatenherstellers Prokent AG am Mittwoch. Derzeit stehen in deutschen Supermärkten rund 900 Mehrweg-Rücknahmeautomaten des Unternehmens. "Die Zahl wollen wir mit Einweg jetzt massiv ausbauen." Ein Anteil von mehr als 30 % am Markt sei anvisiert. Ab Ende April, wenn voraussichtlich über eine Clearingstelle für das Einwegpfand entschieden sei, erwarte man erste Aufträge. Dann seien auch Neueinstellungen geplant. Derzeit beschäftigt die Firma rund 80 Mitarbeiter.

Zurückhaltender gibt sich noch der Branchenführer Tomra Systems, der nach eigenen Angaben mit 6500 Pfandautomaten derzeit mehr als 80 % des deutschen Marktes abdeckt. Über Umsatzzuwächse und Auftragsvolumen durch die Einwegverpackungen könne man derzeit keine Prognosen abgeben, sagte ein Unternehmenssprecher. Eine Aufstockung der Produktionskapazitäten sei nicht geplant. Das Unternehmen sei gut gerüstet, da bereits im vergangenen Jahr ein neues Werk in Betrieb genommen worden sei. Unlängst hatte die norwegische Firma ihr Marktpotenzial in Deutschland auf 30 000 bis 40 000 Automaten in den nächsten zwei bis drei Jahren geschätzt.

Mit der Einigung auf eine Sicherheitstechnik zur Entwertung der leeren Einwegflaschen hatten Handel und Getränkeindustrie am Freitag eine wichtige Hürde für den Start des Systems und der Automatenproduktion ausgeräumt. Nun muss noch über die Auftragsvergabe der Clearingstelle entschieden werden, die die Pfandeinnahmen zwischen den Einzelhändlern verrechnen soll.

Der zusätzliche Absatzmarkt für Rücknahmeautomaten in Deutschland wird in der Branche auf 40 000 bis 70 000 geschätzt bei einem Stückpreis zwischen 5000 und 17 000 ?.

Einig sind sich die Hersteller darin, dass bis zu der am 1. Oktober geplanten bundesweiten Einführung des Pfandsystems keine flächendeckende Automaten-Ausstattung geleistet werden kann. "Es ist unmöglich, 100 % der benötigten Automaten bis zum 1. Oktober zu liefern", heißt es bei Tomra. Realistisch sei, 60 % des Einwegaufkommens bis dahin abzudecken. "Eine Vollabdeckung bis zum Oktober ist illusorisch", sagte auch ein Prokent-Sprecher. Denkbar sei nur eine Grundversorgung an den wichtigsten Stellen, wie etwa Supermärkte mit hohem Dosenaufkommen. Viele kleinere Verkaufsstellen würden jedoch auf absehbare Zeit ohne Pfandautomaten auskommen müssen.

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