Teilverkauf der Beteiligung durch das Land Berlin nicht ausgeschlossen
Milliardenverlust bei der Bankgesellschaft Berlin möglich

Bei der Bankgesellschaft Berlin droht angesichts von Problemen im Kredit- und Immobiliengeschäft für das Jahr 2000 nach Angaben von Berlins Finanzsenator Peter Kurth ein Verlust in Milliardenhöhe.

Reuters BERLIN. Kurth sagte einer Zeitung auf die Frage, ob ein Verlust von zwei bis drei Mrd. DM drohe: "Diese Größenordnung ist nicht unrealistisch". Er wolle nicht ausschließen, dass das Land Berlin einen Teil seiner Beteiligung von knapp 57 % an dem Institut verkaufen werde, auch wenn es dazu keine unmittelbaren Verhandlungen gebe. "An Interessenten fehlt es deshalb nicht", sagte er weiter.

Grund für die dramatischen Probleme der Bank sei neben Rückstellungen für Risiken im Immobiliengeschäft und einem hohen Wertberichtigungsbedarf "zum Teil persönliches Fehlverhalten", sagte Kurth der Zeitung. So sei gegen Meldebestimmungen des Kreditwesengesetzes und gegen Bankrichtlinien verstoßen worden. Der Vorstandschef der Bank, Wolfgang Rupf, habe aber das Vertrauen des Aufsichtsrates bei seinem Bestreben, die Probleme des Hauses zu lösen. "Wir sind nicht auf der Suche nach einem Nachfolger für Herrn Dr. Rupf", stellte Kurth klar.

Marktführer in der Region Berlin/Brandenburg

Kurth erneuerte frühere Darstellungen des Landes Berlin, die Bank bei der Lösung ihrer Probleme zu unterstützen. "Wir werden nach Abschluss der Sonderprüfungen die erforderlichen Entscheidungen treffen, um die Kapitalstruktur der Bankgesellschaft oder einzelner Teilbanken wieder ins Lot zu bringen", sagte er der Zeitung. Der beschlossene Landeshaushalt von Berlin allerdings könne die erforderlichen Mittel, die zur Gesundung der Bank nötig seien, nicht direkt aufbringen. Über die genaue Größenordnung des Verlustes der Bank könne man im Übrigen erst nach Abschluss der Sonderprüfungen, die Ende Mai abgeschlossen werde, berichten.

Zur Frage eines Teilverkaufs der Berlin-Beteiligung an der Bank sagte Kurth: "Wir haben derzeit keine Veranlassung, irgendeine Variante von vornherein auszuschließen". Ungeachtet der aktuellen Krise der Bank sei sie als Marktführer in der Region Berlin/Brandenburg attraktiv für Interessenten. Für das Land Berlin bedeute die Lage der Bank nicht nur einen Ausfall von Dividendeneinnahmen, sondern auch einen Verlust von Steuereinnahmen. Einen Verstoß des früheren Chefs der Bankgesellschaft-Tochter Berlin Hyp, des noch amtierenden CDU-Fraktionschefs im Berliner Abgeordnetenhaus, Klaus Landowsky, gegen Bestimmungen des Kreditwesengesetzes sei ihm nicht bekannt, sagte Kurth der Zeitung.

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