Teilweise wird es schon am Samstag eng
Verdi plant Warnstreiks im Nahverkehr

Die Bundesbürger bekommen die Auswirkungen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst in den kommenden Tagen deutlicher zu spüren. Bereits am Samstag soll der öffentliche Nahverkehr in Nürnberg für einige Stunden still stehen.

HB/dpa BERLIN. In München will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Montag den U-Bahn- Verkehr für 24 Stunden lahm legen. "Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben diesmal leider keine andere Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen", sagte Heinrich Birner, Geschäftsführer von Verdi München am Freitag.

In Hessen soll es ebenfalls am Montag zu "nachhaltigen Störungen des öffentlichen Lebens" kommen. Davon werde vor allem der öffentliche Nahverkehr betroffen sein, sagte Verdi-Sprecher Frank Steibli. Auch in Nordrhein-Westfalen müssen sich die Menschen vom kommenden Dienstag an auf Störungen im Nahverkehr einstellen. Der Deutsche Beamtenbund erwartet bei einer Kundgebung am Samstag in Berlin 40 000 Demonstranten. Im Hamburg wollen die Beschäftigten auf Recyclinghöfen am Samstag zeitweise die Arbeit niederlegen.

Die zweite Verhandlungsrunde im Tarifstreit zwischen den Arbeitgebern von Bund, Ländern und Gemeinden sowie den Gewerkschaften ist für den 18. Dezember in Kassel angesetzt.

Bereits am Freitag hatte Verdi in Baden-Württemberg und Sachsen- Anhalt mit Warnstreiks auf ihre Forderungen nach mehr Geld aufmerksam gemacht. In Schwerin hatte die Gewerkschaft zu einer Demonstration aufgerufen, zu der mehrere Tausend Menschen erwartet wurden.

Die meisten Bundesbürger haben einer Umfrage zufolge Verständnis für die Protestaktionen im öffentlichen Dienst. Sollte es zu einem Streik kommen, sind 57 % bereit, mögliche Schwierigkeiten beim öffentlichen Nahverkehr oder der Müllentsorgung hinzunehmen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv hervor. 36 % der Befragten sind gegen einen Streik und vertreten die Ansicht, dass die Arbeitgeber auf die Lohnforderungen eingehen sollten, wenn Verdi mit Streik drohe.

Die Gewerkschaft fordert für die rund drei Mill. Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst Einkommenssteigerungen von deutlich mehr als 3 %. Die Arbeitgeber wollen angesichts leerer Kassen eine Null-Runde durchsetzen.

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