Teilweise zweitstellige Umsatzeinbrüche
Rewe-Reisevertrieb nicht nur durch Anschläge belastet

Die Anschläge in den USA haben im Vertrieb des drittgrößten deutschen Touristikkonzerns Rewe deutliche Spuren hinterlassen.

Reuters FRANKFURT. Aufgrund teilweise zweistelliger Umsatzeinbrüche nach dem 11. September werde für die Reisebüroketten DER und Atlas bis zum Jahresende erstmals ein leichtes Minus des Geschäftsvolumens von etwa einem Prozent erwartet, sagte Geschäftsführer Gerhard Stamm am Montagabend. "Auch das Ergebnis ist schlechter als im Vorjahr, aber insgesamt doch mehr als befriedigend." Das gelte für die DER-Reisebüros und die Atlas-Büros. "Beim Ergebnis brauchen wir uns keine Sorgen zu machen." Für 2002 erwartet Stamm aufgrund leichter Preiserhöhungen vieler Veranstalter wieder ein geringes Umsatzplus.

Der Touristikvertrieb der Rewe ist mit mehr als 1 200 Reisebüros der größte Eigenvertrieb eines Reisekonzerns in Deutschland. Zu den 370 DER-Büros mit 2,7 Mrd. DM Jahresumsatz im Vorjahr und den 450 Atlas-Verkaufsstellen kommen noch die gut 420 Reisebüros der Franchise-Gruppe Derpart, für die Stamm keine konkreten Zahlen nannte. Derpart liege nach bisherigen Schätzungen 2001 beim Umsatz im Plus.

Ein Teil der Umsatzeinbußen bei DER und Atlas gehen den Angaben zufolge auf das Konto der Verunsicherung nach den Anschlägen von New York und Washington. Diese haben zwar insbesondere bei den beiden führenden deutschen Fernreise- Veranstaltern Dertour und Meier's Weltreisen erhebliche Stornierungen und Buchungsrückgänge im Nordamerika-Geschäft verursacht. Zahlen hierzu will Rewe Ende dieser Woche zusammen mit den Sommerkatalogen für 2002 veröffentlichen.

Rewe verliert Marktanteile

Doch Stamm räumte auch andere Absatzprobleme im Reisebürovertrieb der Rewe Touristik ein. So hätten die DER- und Atlas-Reisebüros auch ohne die Einbußen nach dem 11. September im Geschäft mit Privatreisen lediglich auf Vorjahresniveau abgeschnitten und damit bei einem Wachstum des Reisemarktes in Deutschland von drei bis vier Prozent in diesem Jahr Marktanteile verloren. Als Gründe nannte Stamm den wachsenden Direktvertrieb sowie Einbußen bei den Veranstaltern der zum Jahresbeginn von Rewe übernommenen LTU Touristik (Jahn Reisen, Tjaereborg, Meier' Weltreisen). Mit den Einflüssen des 11. September bilanzieren allein die DER-Reisebüros bei Privatreisen bis Ende Oktober ein Umsatzminus von 5,9 Prozent.

"Dies ist insgesamt ein anstrengendes Jahr für uns. Uns macht auch die Provisionspolitik der Airlines zu schaffen. Und die angespannte Situation vieler Unternehmen hat Einfluss auf den Geschäftsreiseverkehr", sagte Stamm. Doch trotz eines Rückgangs nach dem 11. September von gut zehn Prozent verzeichnete DER bei den Geschäftsreisen bis Ende Oktober noch immer ein Umsatzplus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stamm sieht diesen Zweig, der inzwischen rund 40 Prozent des Geschäfts seiner Reisebüros ausmacht, auch künftig wachsen. Nach dem zum Preussag-Konzern zählenden Business-Travel- Anbieter TQ3 sei DER mittlerweile die Nummer zwei bei Geschäftsreisen, mit wachsendem Marktanteil.

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