Telecinco-Auktion im Fokus
Dresdner Bank droht Schadenersatzklage

Der Dresdner Bank droht im Zusammenhang mit der von ihr betriebenen Auktion des 25-prozentigen Kirch-Anteils am spanischen Fernsehsender Telecinco ein neuer Rechtsstreit. KirchMedia halte den Vorgang für eine unzulässige Handlung der Dresdner Bank, erklärte ein Sprecher der insolventen Gesellschaft am Donnerstag.

Reuters FRANKFURT/M. "Wir haben die Dresdner Bank darauf hingewiesen, dass wir gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend machen werden", sagte der Sprecher. Die Dresdner Bank kommentierte dies zunächst nicht.

Den bei KirchMedia liegenden Telecinco-Anteil beansprucht die Dresdner Bank als Pfand für einen allerdings an die Kirch-Holding vergebenen und zuletzt im Februar verlängerten Kredit über 460 Millionen Euro. Nach Ansicht von KirchMedia und den anderen Gläubigerbanken der insolventen Rechtehandelsgesellschaft darf die Dresdner Bank nicht auf den Anteil zugreifen.

Die mittlerweile zur Allianz gehörende Dresdner Bank plant jetzt den Eigenerwerb des Telecinco-Anteils, um dann das Paket ohne Zeitdruck am Markt zu verwerten. Die KirchMedia-Gläubigerbanken wie Commerzbank, HypoVereinsbank, DZ Bank und Bayern-LB wollten zunächst den Verkauf abwarten und dann erst ihre Ansprüche am Erlös anmelden, hieß es in Bankenkreisen. Die Banken bezweifeln die Rechtsgültigkeit der Besicherung, weil sie erst im Februar und damit innerhalb der Dreimonatsfrist vor dem Insolvenzantrag eingetragen worden sei.

In den vergangenen Wochen betrieb die Dresdner Bank in Madrid zunächst die Auktion des verschachtelten Telecinco-Anteils. Dabei stehen zunächst zwei Vorschaltgesellschaften zum Erwerb. Bei Mindestgeboten von 300 und 225 Millionen Euro fanden sich keine Käufer, weil die Besitzverhältnisse unklar und die Vorschaltgesellschaften an sich wertlos sind.

KirchMedia hatte den Telecinco-Anteil mit einem Wert von rund 500 Millionen Euro taxiert. Im Mai 2001 hatte ein weiterer Gesellschafter - allerdings bei einer besseren Marktlage - einen zehnprozentigen Telecinco-Anteil für mehr als 300 Millionen Euro an die niederländische ICE Finance veräußert.

Neben Kirch hält Mediaset, der Medienkonzern von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, rund 40 Prozent an Telecinco. Weitere Aktionäre sind ICE mit einem Anteil von zehn Prozent und der spanische Verleger Correo mit 25 Prozent.

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