Telecinco denkt an Rückkauf eigener Anteile
Kirch-Gruppe will notfalls Premiere abgeben

Das Pokern um die mit mindestens 6,5 Mrd. ? verschuldete Kirch-Gruppe geht weiter. Konzern-Vize Dieter Hahn, der sich am Montag wegen einer Medienkonferenz in London aufhielt, schließt zum Schuldenabbau den Verkauf der Formel 1 nicht aus. Man suche Investoren vor allem aus der Automobilbranche, hieß es aus der Kirch-Gruppe. Nach Möglichkeit soll die Mehrheit an der Rennserie behalten werden.

hps DÜSSELDORF. Die Münchener Mediengruppe unterstrich am Montag noch einmal, dass sie bereit sei, die Kontrolle über das Bezahlfernsehen Premiere abzugeben. Der Pay-TV-Sender aus Unterföhring schreibt täglich Verluste von 2 Mill. ?.

Derzeit versucht Premiere Chef Georg Kofler, der das Vertrauen von Konzerngründer Leo Kirch genießt, einen Sanierungsplan aufzustellen. Bis spätestens Ostern soll der Rettungsplan des früheren Pro-Sieben-Chefs vorliegen. Bei Premiere geht es vor allem darum, die hohen Kosten für Filme und Sportrechte zu senken. Die liquiden Mittel des Pay-TV mit derzeit 2,4 Millionen Abonnenten reichen offenbar nur noch ein halbes Jahr.

An der Mehrheit am TV-Konzern Pro Sieben Sat.1 Media AG will die Kirch-Gruppe auf alle Fälle festhalten, sagte Hahn in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in London. Rupert Murdoch und sein Medienkonzern News Corp. haben vor allem an der börsennotierten Pro Sieben Sat 1 großes Interesse. Murdoch besitzt für sein Engagement bei Premiere eine Ausstiegsoption, die im Oktober fällig wird. Dann müsste Kirch knapp 1,8 Mrd. ? für den 22 %-Anteil von Murdoch an Premiere bezahlen.

Eine schnelle Finanzspritze für Kirch könnte möglicherweise aus Madrid kommen. Der spanische TV-Sender Telecinco soll die Absicht haben, 10 % seiner eigenen Anteile von Kirch zurückkaufen zu wollen. Das TV-Unternehmen war jedoch gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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