Telecinco will ab 2004 an die Börse
Berlusconi vergrößert Kontrolle über Telecinco

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Kontrolle über den spanischen Fernsehsender Telecinco übernommen und damit seine Position auf dem Fernsehmarkt in Spanien ausgebaut. Der von dem Regierungschef kontrollierte Medienkonzern Mediaset erhöht seinen Kapitalanteil bei Telecinco von 40 auf 52 Prozent.

HB/dpa MADRID. Das Unternehmen kam am Mittwoch mit der Mediengruppe Grupo Correo in Madrid überein, den Spaniern einen Anteil von 12 Prozent zu einem Preis von 276 Mill. Euro abzukaufen. Telecinco macht sich in Spanien mit dem Konkurrenten Antena 3 den Platz des größten Privatsenders streitig.

Wie der Präsident des Senders, Alejandro Echevarría, mitteilte, erfolgt der Verkauf im Vorgriff auf eine Änderung des spanischen Fernsehgesetzes. Danach soll die zulässige Obergrenze von 49 Prozent pro Kapitaleigner ab 1. Januar 2003 wegfallen. Grupo Correo behält bei dem Sender nach dem Verkauf einen Anteil von 13 Prozent. 25 Prozent gehören zum früheren Imperium des deutschen Medienunternehmers Leo Kirch. Sie sollen nach spanischen Angaben demnächst versteigert werden.

Mediaset betonte, dass der Konzern nach der Erhöhung seines Kapitalanteils kein Interesse mehr daran habe, bei der Versteigerung mitzubieten. Der Telecinco-Präsident kündigte an, dass der Sender ab 2004 an die Börse gehen wolle, sofern die Bedingungen dies zuließen. In Spanien laufen gegen Berlusconi im Zusammenhang mit dessen Beteiligung an Telecinco Ermittlungen wegen angeblicher Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung. Die Madrider Justiz hat die Untersuchung wegen der Immunität Berlusconis einstweilen auf Eis gelegt. Der italienische Ministerpräsident wies die Vorwürfe stets zurück und beantragte vor dem spanischen Verfassungsgericht eine Einstellung des Verfahrens.

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