Telecom Italia Mobile, KPN Mobile und NTT Docomo vermarkten gemeinsam mobilen Internetdienst I-Mode
Japaner treten in Europa gegen Wap an

Der Handy-Internetdienst I-Mode kommt von Japan nach Europa. KPN Mobile und Telecom Italia übernehmen die Vermarktung des Dienstes, der Bilder aufs Handy bringt - ein Rückschlag für die Konkurrenz.

dri/slo BERLIN. Der italienische Mobilfunk-Marktführer Telecom Italia Mobile (Tim) hat sich der Allianz aus niederländischer KPN Mobile und NTT Docomo angeschlossen. Die drei Unternehmen wollen den bisher einzigen erfolgreichen mobilen Internetdienst, I-Mode, in Europa einführen. KPN Mobile und Tim erhalten exklusive Vermarktungsrechte an dem Dienst, den in Japan schon jeder zweite der 34 Millionen NTT-Docomo-Kunden nutzt.

Die drei Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag eine Absichtserklärung über ein Joint Venture, an dem die Partner zu gleichen Teilen beteiligt sein werden. Dieses Unternehmen soll I-Mode für europäische Mobilfunknetze und-märkte anpassen und weitere mobile Internetdienste entwickeln. Uwe Bergheim, Chef der deutschen KPN-Mobile-Tochter E-Plus, schätzt, dass die Allianz damit bei der Einführung mobiler Internetdienste mit Bildübertragung in hoher Qualität etwa ein Dreivierteljahr Vorsprung vor der Konkurrenz von Vodafone und Deutscher Telekom gewinnt.

Die europäischen Mobilfunkunternehmen wollen in diesem Jahr über die Aufrüstung der bestehenden Netze mit der schnelleren GPRS-Technik neue Dienste auf den Markt bringen. Der Grund: Allein mit Telefongesprächen lässt sich im fast gesättigten Markt künftig kaum noch Wachstum erzielen. Erste Versuche in Europa mit abgespeckten Internetseiten über den Standard Wap haben bisher bei den Kunden wegen ihrer schlechten Handhabbarkeit wenig Erfolg.

Der japanische Dienst I-Mode, der Bilder gestochen scharf auf das Handy-Display liefert, ist da laut Bergheim um Längen voraus. Bis zur Markteinführung müssen die drei Partner allerdings erst neue Handys von den Lieferanten konstruieren lassen, die sowohl Wap- als auch I-Mode-fähig sind.

Die heimischen Mobilfunkbetreiber reagierten vorerst gelassen auf die Ankündigung, I-Mode auch in Europa einzuführen. Durch die schnellere Übertragungstechnik GPRS würden Wapdienste attraktiver, heißt es bei der Telekom-Tochter T-Mobil. Zudem decke Wap die I-Mode-Inhalte ab.

Mit der Beteiligung an dem Bündnis von KPN Mobile und NTT Docomo mischt die italienische Tim erstmals auf europäischer Ebene mit. Bisher hatte der italienische Marktführer mit 21 Millionen Kunden in Italien den Zukäufen von Vodafone, Deutsche Telekom, France Télécom und British Telecom tatenlos zugeschaut. Diese vier Unternehmen haben sich inzwischen als europäische Mobilfunkanbieter aufgestellt. Tim stärkt nun KPN Mobile, die mit der spanischen Telefónica um Platz 5 in Europa kämpft.

Die Allianz von Tim mit den Niederländern erschwert mögliche Italien-Pläne der Deutschen Telekom. Branchenbeobachter rechneten bisher damit, dass sich die Telekom und Tim doch noch zusammenschließen könnten. Die Unternehmen würden sich gut ergänzen, weil sie sich in Europa geographisch sehr gut ergänzen würden. Ein Fusionsversuch der Telekom mit der Tim-Mutter Telecom Italia war allerdings 1999 gescheitert.

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