Telefon und Internet via Kabel
Ish und iesy rüsten das Kabelnetz auf

Telefonieren und schnelles Internet über das Kabelnetz sind schon möglich. Das digitale Fernsehen soll etwa zur Jahreswende eingespeist werden. Die Bundesländer Nordrhein- Westfalen, Baden- Württemberg und Hessen machen vor, was der US- Investor Liberty aus Sicht der Wettbewerbs- und Medienwächter im übrigen Deutschland tun sollte. Während der Verkauf der Telekom - Kabelnetze von Bayern bis Schleswig-Holstein an Liberty wohl gescheitert ist, bauen die Konkurrenten ish (Köln) und iesy (Weiterstadt) ihre Netze mit großer Eile aus.

HB/dpa KÖLN. Ish hat mit dem US-Investor Callahan von der Telekom 55 Prozent der Anteile in NRW und 60 Prozent in Baden-Württemberg gekauft. Der europäische Käufer iesy, hat in Hessen 65 Prozent Anteil am Telekom-Kabelnetz erstanden. Bis Ende 2004 sollen in den drei Bundesländern mindestens 7,7 Millionen Haushalte digitalisiert sein.

Die Kosten für den Kauf der Netze und die Modernisierung liegen umgerechnet bei etwa 500 Euro pro Haushalt. Nutzt ein Kunde alle Angebote, dürfte er für TV, Telefon und Internet, eingeschlossen einem Digitalpaket und GEZ-Gebühren rund 100 Euro bezahlen. Minimalisten könnten mit 60 Euro auskommen. Dazu kommen die Kosten für die Telefoneinheiten.

In dem von Ish beherrschten Kabel-Land NRW können die ersten Kunden schon über das Kabel Telefonieren und im Internet surfen. Das alte Kupferkabel der Telekom ist zunächst am Rhein mit Glasfaser aufgerüstet worden. Jetzt folgt das Ruhrgebiet und dann der Rest des Landes. "2005 wollen wir schwarze Zahlen schreiben", sagt Ish- Sprecherin Eva Krüger. In Baden-Württemberg, dort soll die Kabelgesellschaft bald auch in Ish umgetauft werden, hat der Ausbau in Ludwigsburg begonnen. Start für Telefon und Internet ist im Sommer. Fortgesetzt wird der Ausbau in Mannheim, Stuttgart und Heidelberg. Bis Ende 2002 sollen 900 000 der 2,2 Millionen Kabelhaushalte angeschlossen sein.

In Hessen hat iesy das Netz für die ersten 2500 Frankfurter Haushalte modernisiert. Dort können die Kunden zunächst ins Internet, sofern sie möchten. Als nächste Baustelle ist Wiesbaden vorgesehen. "Das Telefonieren über das Kabel soll erst 2003 zum Thema werden", sagt iesy-Sprecherin Alexandra Jordans. "Wann das digitale, interaktive Fernsehen kommt, können wir noch nicht mit Bestimmtheit sagen." Bis heute gebe es noch keine fertige Technik. Ish hat deshalb die Empfangstechnik öffentlich ausgeschrieben.

Wichtig für die Kunden: Die Preise für die Leistungen stehen mehr oder minder fest: In allen drei Ländern zahlen Kabelnutzer für das noch analoge Netz mit seinen rund 33 Programmen 13,35 Euro. Der Preis für die Grundversorgung mit diesen Programmen wird sich auch mit der Einführung des digitalen Fernsehens kaum ändern", verspricht Ish- Sprecherin Eva Krüger. Für das Internet nimmt Ish 44,90 Euro. "Damit ist man 24 Stunden online und kann so viel surfen wie man will", sagt Krüger.

Die Homepage verrät, dass das Ish-Internet bis zu 32 Mal schneller als ISDN und auch deutlich schneller als DSL sein soll. Im Paket mit der Telefongrundgebühr (12,30 Euro) verlangt Ish 49,90 Euro. Für eine Minute im Ortsnetz nehmen die Kölner 2 Cent, für Deutschland-weites Telefonieren 3 Cent, für Ortsgespräche zu anderen Ish-Kunden 1 Cent. "Damit sind wir billiger als die Telekom", sagt Krüger. iesy verlangt für den ständig bereiten Internetanschluss inklusive E-Mail-Adressen als Einführungspreis 15 Euro. "Das ist vier Mal schneller als ISDN", sagt Jordans. Die "Turbo"-Version, mit der ebenfalls DSL überflügelt werden soll, kostet zusätzlich 25 Euro.

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