Telefonat mit Ministerpräsident Koizumi
Klima-Kompromiss: Schröder appelliert an Japan

Deutschland erhöht den moralischen Druck auf Japan, den Verhandlungen über den Klimaschutz in Bonn zum Durchbruch zu verhelfen.

ap BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder habe den japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi in einem Telefonat gebeten, an einem Kompromiss mitzuwirken, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye. Japan habe seine Position noch nicht festgelegt, zitierte Heye Aussagen von Koizumi. In dem Gespräch am Freitagmorgen habe der Kanzler daran erinnert, dass Japan ein wesentlicher Geburtshelfer des Klimaschutzprotokolls von Kyoto sei, sagte Heye. In der japanischen Stadt war das Abkommen zur Verminderung von Treibhausgasen 1997 ausgehandelt worden. Schröder habe Koizumi nachdrücklich gebeten, auf der Nachfolgekonferenz über den Klimaschutz Mitte Juli in Bonn konstruktiv mitzuarbeiten.

Koizumi habe erklärt, die internen Beratungen in Japan seien noch nicht abgeschlossen. Er wolle Schröder jedoch rechtzeitig vor dem G-8-Gipfel in Genua informieren. Dieser findet am 20. und 21. Juli praktisch gleichzeitig mit den Verhandlungen der Umweltminister beim Klimagipfel statt, die für die Zeit vom 19. bis 22. Juli vorgesehen sind. Der Kanzler habe ein großes Interesse, dass die Bonner Nachfolgekonferenz ein Erfolg werde, fügte Heye hinzu.

Japan kommt bei den Bonner Verhandlungen zur Umsetzung des Protokolls eine Schlüsselrolle zu. Da die USA, der Welt größter Produzent von Treibhausgasen, das Protokoll inzwischen ablehnen, muss Japan neben den anderen wichtigsten Industrienationen ratifizieren. Sonst wäre das Protokoll endgültig gescheitert.

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