Telefongesellschaft gibt Halbjahreszahlen bekannt
Telecom Italia will im Internet Geld machen

Branchenkenner erwarten, dass das Festnetzgeschäft umgekrempelt wird, um sinkende Umsätze zu kompensieren.

vwd MAILAND. Wenn die Telecom Italia SpA (TI), Rom, am Montag ihre Halbjahreszahlen bekannt gibt, steht für Branchenkenner ein Zuwachs beim Ergebnis gegenüber dem Vorjahr außer Frage. Mit mehr Spannung wird erwartet, wie der Ex-Monopolist sein Festnetzgeschäft restrukturieren will. Angesichts sinkender Umsätze in der Festnetztelefonie sind wertsteigernde Geschäftsfelder wie das Internet erforderlich, um die Ausfälle zu kompensieren, heißt es aus Branchenkreisen. Immerhin hat TI selbst davon gesprochen, dass die Festnetztelefonie im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang von 413 Mill. bis 465 Mill. Euro gegenüber dem Vorjahr erleiden wird.

Die Entwarnung für das Festnetzgeschäft wurde jedoch gleich mitgeliefert: Gewinne in anderen Berichen, so TI, ließen erwarten, dass der Gesamtumsatz für das Festnetz den des Vorjahres erreichen werde. Die Schätzungen der Analysten sehen den Nettogewinn von TI im ersten Halbjahr im Mittel bei 1,16 Mrd Euro nach 911 Mill. Euro in den ersten sechs Monaten 1999. Der Zuwachs wird schon deshalb gesehen, weil TI im Juni ihren 80-prozentigen Anteil an Italtel, einem Hersteller für Kommunikationsausrüstungen, verkauft hat. Laut TI soll dies zu einem Einmalgewinn von 300 Mill. Euro führen. Ein Teil davon, so wird erwartet, dürfte sich bereits jetzt im Gewinn niederschlagen.

Die Gesamtumsätze sehen Analysten im Mittel bei 14,2 Mrd Euro nach 13,1 Mrd Euro im Vorjahr. Was sie bei der Präsentation der Zahlen besonders beachten werden, sind die Ansätze des Unternehmens zur Effizienzsteigerung. Chief Executive Officer Roberto Colaninno hat bereits Pläne verkündet, nach denen der Ex-Monopolist umstrukturiert werden soll, einschließlich des Abbaus von tausenden Arbeitsplätzen und Verkauf von Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts. Als Teil dieser Strategie soll die Ing. C. Olivetti & C. SpA, Ivrea, mit der Tecnost SpA, Rom, verschmolzen werden, mit jenem Unternehmen, durch das Olivetti die Übernahme von TI im vergangenen Jahr gelungen ist.

Ein Anzeichen für die mögliche Gesundheit von TI hat der Markt bereits mit den jüngst bekannt gewordenen Halbjahreszahlen ihrer 60-prozentigen Tochter Telecom Italia Mobile SpA (TIM), Rom, erhalten. Mit einer Gewinnsteigerung von 21 % auf 876,94 Mill. Euro bei TIM wurden die Analystenerwartungen von durchschnittlich 854,74 Mill. Euro deutlich übertroffen. Allerdings hat Subhajit Gupta, Analyst bei Standard & Poor's, bereits eindringlich gewarnt, die Wachstumsraten auf dem Mobilfunkmarkt seien allmählich ausgereizt. "Wir sehen nicht das Umsatzwachstum, mit dem die Gewinnmargen sich in diesem Bereich noch verbessern könnten", formulierte er.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%