Telekom-Aktie bleibt unter Druck
Dax rettet knappes Plus

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird von Analysten derzeit positiv gesehen. Nur die UMTS-Auktion, die kein Ende nehmen will, zehrt an den Nerven der Händler. Profitieren konnten heute von der positiven Stimmung vor allem Standardwerte: Der Dax verbuchte ein Plus von 0,11 % auf 7315,27 Zähler. Am Neuen Markt kletterte der Nemax-Index um 0,34 % auf 5159,11 Punkte. Der MDAX hingegen büßte 20,57 auf 4.852,68 Zähler ein.

Reuters FRANKFURT. Händler sagten, der deutsche Aktienmarkt habe sich erstmals seit Wochen wieder etwas von der Entwicklung der US-Märkte abgekoppelt. Ein weiterer Aufschwung in den kommenden Wochen sei wahrscheinlich.

"Es ist schon überraschend. Immer mehr Investoren zeigen bei der Frage nach der künftigen Entwicklung bei den deutschen Aktien mit dem Daumen nach oben", sagte der Händler einer süddeutschen Bank. Dabei komme dem Markt der anhaltende Aufwärtstrend der vergangenen Tage zugute, als es, mit Ausnahme des Dienstages, zu kleinen, aber kontinuierlichen Zuwächsen gekommen sei. "Eigentlich stimmt fast alles am deutschen Markt", sagte der Händler. Davon zeuge auch, dass etwa die Aktie der Deutschen Bank trotz einer wahrscheinlicher gewordenen Zinserhöhung in Europa auf ein Allzeithoch gestiegen sei. Die Papiere des Instituts stiegen am Freitag um 3,9 % auf 102,60 Euro.

Die Standardwerte in den USA gaben am Mittwoch nach. Der Dow-Jones-Index, der bereits am Dienstag knapp ein Prozent verloren hatte, notierte am Mittwoch beim Handelsschluss in Frankfurt 0,6 % leichter. Der Technologie-Index Nasdaq lag indes nach einem behaupteten Schluss vom Dienstag am Mittwoch 0,2 % im Plus.

Ein kräftigerer Zuwachs beim Dax wurde durch Kursverluste der Deutschen Telekom verhindert, die 3,2 % auf 46,95 Euro nachgaben. Händler sagten, die Summe der Angebote bei der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen von inzwischen mehr als 93 Mrd. DM habe das vor Beginn der Versteigerung erwartete Niveau überschritten. "Und mit jeder Runde wird es teurer, obwohl das Produkt selbst sich nicht verändert", hieß es. Vielen Anlegern bereitet der Gedanke Sorgen, dass die mit Milliardensummen erkaufte Lizenz noch um die Technik zur kommerziellen Nutzung ergänzt werden müsse.

Die Kurse anderer Telekom-Unternehmen, die an der Auktion beteiligt sind, notierten am Mittwoch unterschiedlich. So verloren etwa Mobilcom 8,7 %, die niederländische KPN Telekom 0,5 % und British Telekom 0,9 %. Indes konnten Eon , Vodafone oder Telefonica um bis zu zwei Prozent zulegen. Ein Händler sagte, die größten Auswirkungen auf die Kurse würden sich wohl erst nach dem Ende der Auktion zeigen, weil erst dann eine gesicherte Bewertung über den Lizenzkauf vorgenommen werden könne.

Im Dax gehörten am Mittwoch Thyssen Krupp zu den deutlichsten Verlierern. Die Papiere gaben 4,4 % auf 17,59 Euro nach. Das Unternehmen hatte zuvor den für September geplanten Börsengang seiner Stahlsparte abgesagt und dies mit der derzeit schwachen Bewertung des Sektors an den Börsen begründet. Ende Juli hatte der Konzern den Börsengang noch als zentralen Teil seiner Zukunftsstrategie bekräftigt.

Technik ohne Telefonanschluss war gefragt

Aufwärts ging es bei einigen Technologiewerten. Sie profitierten dabei auch von der festeren Verfassung der US-Technologiebörse Nasdaq. SAP , Infineon und Epcos konnten jeweils bis zu zwei Prozent zulegen. Lufthansa verloren 2,1 % auf 25,65 Euro, was ein Händler damit begründete, dass hohe Kerosinpreise in Folge des angestiegenen Ölpreises die Bilanzen von Fluggesellschaften weltweit weiter belasten würden.

Mobilcom zieht den Nemax50 ins Minus

Die Aktien am Neuen Markt zeigten sich behauptet. Der alle Werte umfassende Nemax-Index schloss mit 5159,11 Punkten um 0,34 Prozent höher als am Dienstag. Der Nemax50 für die größten Werte des Segments gab indes 0,2 Prozent auf 5733,82 Punkte nach. Hier schlugen kräftige Verluste des Index-Schwergewichts Mobilcom durch, die durch die inzwischen hohe Angebotssumme bei der Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen unter Druck gerieten.

Zu den Verlierern gehörte am Mittwoch auch Brokat. Die Aktien des Software-Untenehmens gaben 10,9 Prozent auf 94,45 Euro nach. Heute hatte das Unternehmen berichtet, die Halbjahresverluste hätten sich verdreifacht. Ebenfalls nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen gaben Ixos Software 7,9 Prozent auf 13,40 Euro nach. Das Unternehmen hatte zuvor für das abgelaufene Geschäftsjahr einen hohen Verlust ausgewiesen, nachdem im Jahr davor noch ein Gewinn erwirtschaftet worden war. Die Aktien der Cor AG Incurance Technologies fielen um 10,2 Prozent auf 23,80 Euro, obwohl das Unternehmen im ersten Halbjahr die Gewinnschwelle erreicht hatte.

Articon-Integralis stiegen indes nach Vorlage des Geschäftsberichts. Der Anbieter von Sicherheitslösungen für die Informationstechnologie hatte mitgeteilt, im laufenden Jahr erstmals ein positives operatives Ergebnis zu erwarten. An der Börse wurden die Zahlen mit einem Kursaufschlag von 13,1 Prozent auf 83,99 Euro honoriert.

FortuneCity stiegen um 8,5 Prozent auf 5,10 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor über den Abschluss einer Technologie-Partnerschaft mit der Mobilfunktochter des spanischen Telekom-Unternehmens Telefonica berichtet.

Beiersdorf-Zahlen können Minus nicht verhindern

Schwächer notierten am Nachmittag die mittleren Werte. Der MDax verlor 0,44 % auf 4852,68 Zähler. Dabei gaben Beiersdorf sieben Prozent auf 106 Euro nach, obwohl der Kosmetik- und Pharmakonzern am Mittwoch verbesserte Ergebnisse präsentiert hatte. Allerdings hatten die Papiere am Dienstag im Vorfeld des Geschäftsberichts mehr als acht Prozent zugelegt.

Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar leicht an Wert. Die Europäische Zentralbank stellte den Referenzkurs am Mittag bei 0,9072 $ fest. Damit kostete der Euro 0,0046 US-Dollar weniger als am Dienstag. Gegenüber der D-Mark verteuerte sich die US-Währung von 2,1450 auf 2,1559 DM.

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