Telekom-Aktionär zeigt Deutsche Bank an
Kurs der T-Aktie bedroht

Rund 44 Millionen Telekom-Aktien sind über die Deutsche Bank auf den Markt geworfen worden und haben den Kurs in knapp einer Woche um über 20 % gedrückt. Für viele Anleger war dies der Gau, doch es kann noch schlimmer kommen.

afp BERLIN. Denn es drohen weitere regelrechte Überschwemmungen des Marktes mit T-Papieren. Dabei gibt es noch in diesem Jahr zwei magische Daten im Zusammenhang mit dem Kauf der US-Mobilfunkfirma Voicestream durch die Deutsche Telekom. Zudem schwebt wie ein Damoklessschwert die hohe Beteiligung des Bundes über der T-Aktie, die die Regierung irgendwann zu Geld machen will.

Beim Kauf von Voicestream zahlte die Telekom im Mai die Aktionäre der US-Firma nicht nur mit zehn Mrd. DM aus, sondern auch mit eigenen Aktien. Um einen sofortigen Verkauf von Großinvestoren zu vermeiden, wurden mit diesen konkrete Haltefristen vereinbart. Diese fallen am 1. September und am 1. Dezember. Zu Beginn kommenden Monats könnten dadurch schlagartig 200 Millionen Aktien auf den Markt kommen. Drei Monate später endet dann die Haltefrist für weitere 213 Millionen Aktien.

Deutlich mehr Aktien als die Ex-Voicestream-Aktionäre besitzt der Bund. Selbst hält er knapp 31 % des gesamten Kapitals der Telekom, weitere zwölf Prozent sind bei der überwiegend bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkt. Wann die Bundesregierung dieses Kapital flüssig macht, ist noch offen. Klar scheint lediglich, dass sie nicht mehr vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr zuschlägt.

Denn angesichts der derzeitigen Probleme der T-Aktie würde die Ausgabe weiterer Anteilsscheine den Kurs definitiv weiter nach unten drücken - ein Aufstand der Kleinanleger und damit der potenziellen Wähler wäre garantiert. Nach der Wahl aber könnte es bald soweit sein, schließlich ist auch der Bund knapp bei Kasse. Zum Tag X müsste der Markt dann deutlich mehr verkraften, als jetzt die 44 Millionen Stück. Denn alles in allem besitzt der Bund noch 1,8 Mrd. T-Aktien.

Telekom-Aktionär zeigt Deutsche Bank an

Die Deutsche Bank ist in Zusammenhang mit dem Verkauf von Telekom-Aktien angezeigt worden. Die Kanzlei Rechtsanwälte Wiebe und Collegen, Hannover, stellte im Auftrag eines Mandanten bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Strafanzeige wegen Betrugs gegen Verantwortliche des größten deutschen Finanzinstituts, wie die Online-Ausgabe des Anlegermagazins "Die Telebörse" am Montag meldete.

"Auf Grund der Kaufempfehlung der Deutschen Bank hat unser Mandant am 6. August dieses Jahres Aktien der Telekom gekauft", sagte Rechtsanwalt Hans-Joachim Wiebe dem Magazin. Kurze Zeit später fiel der Telekom-Kurs nach der Platzierung von Aktien durch die Deutsche Bank jedoch stark.

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