Telekom auf Jahrestief
Investmentbanken lassen die T-Aktie fallen

Im Sog der weltweit schlechten Stimmung für die Telekommunikations-Branche ist der Aktienkurs der Deutschen Telekom wieder kräftig unter Druck geraten. Mit 14,10 Euro erreichte der Kurs heute Mittag einen neuen Jahrestiefstand. Viele Analysten sind weiterhin skeptisch.

DÜSSELDORF. Viele Analysten sehen die weitere Entwicklung skeptisch und empfehlen auch auf diesem Niveau den Verkauf des Titels. So reduzierte jüngst auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs die T-Aktie auf "Market Performer".

Gründe für den Kursrutsch sind jedoch weniger bei der Deutschen Telekom selbst, sondern in der Marktschwäche der hoch verschuldeten Branche zu suchen. So war die France Télécom am Mittwoch auf ein historisches Kurstief gefallen. Ursache sind neben der prekären Finanzsituation die ins Stocken geratenen Übernahmegespräche mit Mobilcom und den Banken. In den USA steht Worldcom unter Druck. Einige Investmenthäuser stellen die Zukunft des zweitgrößten amerikanischen Telekomunternehmens in Frage.

Merrill Lynch rät angesichts der negativen Stimmung für den Sektor kurzfristig zum Verkauf der T-Aktie. WGZ-Bank-Analyst Oliver Pfluger empfiehlt Investoren, die Aktien weiterhin zu reduzieren. Er verweist auf die jüngsten Zahlen der Tochter T-Mobile. Zwar sei die Nutzerzahl um 45 % gestiegen. Doch dafür zeichne fast allein Voicestream in den USA verantwortlich. In Europa sei im Mobilfunk dagegen eine Marktsättigung zu beobachten. Zum Verkauf des Titels raten auch CDC Ixis Securities, KBC Securities France und HSBC. Dagegen meinen Investmentbanken wie Morgan Stanley Dean Witter, SEB und Goldman Sachs, dass die Kursschwäche zum Einstieg genutzt werden soll.

Nach Ansicht des Charttechnikers Holger Struck von M.M. Warburg gerät die Telekom nun sogar in Gefahr, das "Sell-out-Tief" vom September 2001 zu testen. Am 11. September war die T-Aktie unter extrem hohen Umsätzen und Kursschwankungen (zwischen 16,10 und 13,12 Euro) auf den tiefsten Stand gefallen. Struck ist skeptisch, ob die kurzfristig "beinahe dramatisch überverkaufte" Marktsituation den Titel vor dem Schlimmsten bewahren kann.

Wie schlecht die T-Aktie bei Investoren angesehen ist, zeigte sich am Dienstag auch daran, dass sich das Schwergewicht kaum erholte, als der Deutsche Aktienindex Dax im Zuge der festen Wall Street deutlich nach oben drehte. Die Deutsche Telekom schloss mit 14,74 Euro nur knapp über dem Tagestief und dem Emissionskurs. Dieser lag 1996 bei 14,57 Euro. Nach dem Mai-Feiertag rutscht die T-Aktie in Frankfurt weiter ab. Am Donnerstag-Mittag notiert das Dax-Schwergewicht nur noch bei 14,10 Euro.

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