Telekom-Ausrüster Alcatel bleibt zuversichtlich
Nokia und Lucent erwarten Umsatzrückgang

Der weltweit größte Handyhersteller Nokia hat seine Befürchtungen bekräftigt, die Erholung des angeschlagenen Telekommunikationssektors könne sich verzögern.

hst STOCKHOLM. Der Primus der Branche aus Finnland deutete in seiner aktualisierten Quartalsprognose zwar einen Gewinn je Aktie "am oberen Ende oder ein bisschen oberhalb" der bisher prognostizierten Spanne von 0,15 bis 0,18 Euro an. Gleichzeitig warnte der Konzern aber vor einem Umsatzrückgang bei Mobilfunk-Netzen von 25 % im ersten Quartal. Zuvor hatten die Finnen für das erste Quartal dieses Jahres einen Umsatzrückgang in der Netzwerk-Sparte von 16 bis 20 % prognostiziert.

Nokias Finanzchef Olli-Pekka Kallasvuo betonte während einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Rentabilität in der Netzwerksparte "sehr stabil" sei. Die Revidierung der Prognose beziehe sich auf den Umsatz, nicht auf die Rentabilität, sagte er. Bei den Handys blieben die Finnen bei ihrer früheren Prognose, nach der der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 3 bis 7 % niedriger ausfallen werde. Der Aktienkurs von Nokia sank zunächst um 3,5 % und zog die Konkurrenten mit nach unten. Dass Nokia neben der Präsentation einiger neuer Handys auf der Cebit in Hannover im Netzwerk-Bereich zwei wichtige Lieferaufträge von E-Plus und den europäischen Netzen von T International-Mobile erhalten hatte, nahmen die Märkte kaum zur Kenntnis.

Vor allem der Weltmarktführer bei Mobilfunknetzen, die schwedische Ericsson, war von der Nokia-Warnung betroffen. Der Ericsson-Kurs tauchte an der Börse in Stockholm zeitweilig um fast 7 % ab. Die Schweden machen nach der Zusammenlegung ihrer Handy-Sparte mit der von Sony nahezu den gesamten Umsatz mit Netzwerken. Analysten sehen in der Nokia-Warnung ein weiteres Indiz dafür, dass die Telekom-Gesellschaften wegen der konjunkturellen Schwierigkeiten mit ihren geplanten Milliardeninvestitionen in Mobilfunknetze der dritten Generation warten.

Ericsson half es auch nichts, dass der Chef der Netzwerksparte für Europa, den Nahen Osten, und Afrika, Mats Dahlin, die zuvor gemachten Prognosen der Schweden noch einmal bestätigte. "Wir rechnen weiterhin damit, dass der Gesamtmarkt für Netzwerke im laufenden Jahr unverändert oder bis zu zehn Prozent niedriger ausfallen wird", sagter er und unterstrich, dass das frühere Ziel, eine Umsatzrendite von rund 5 % in 2002 zu erreichen, bestehen bleibe. Zuvor hatte Ericsson mitgeteilt, dass man in Asien das Licht am Ende des Tunnels sehe und 2002 mit einem rund 10-prozentigen Umsatzwachstum in der Region rechne.

Doch die Investoren ließen sich durch die vorsichtig optimistischen Töne nicht blenden. Dazu hat auch beigetragen, dass der amerikanische Netzwerk-Lieferant Lucent am Dienstag einen negativen Ausblick gab. Der Konzern rückte von seiner früheren Prognose über ein 10 bis 15-prozentiges Umsatzwachstum im zweiten Quartal ab und spricht jetzt nur noch über ein Plus von bis zu 10 %. Die Amerikaner begründeten wie Nokia ihre revidierte Prognose mit der Investitionszurückhaltung vieler großer Telekomkonzerne. Der französische Ausrüster Alcatel SA will von soviel Skepsis nichts wissen. Der Konzern hat die Prognose fürs laufende Geschäftsjahr am Dienstag bestätigt. Im Januar hatte Alcatel für das erste Quartal einen operativen Verlust auf dem Niveau des vierten Quartals 2001 angekündigt. Für das Gesamtjahr sei Alcatel jedoch zuversichtlich, einen operativen Gewinn und einen positiven Cash-Flow zu erzielen, hieß es damals.

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