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Telekom-Ausrüster Ericsson mit Gewinnwarnung

Der schwedische Telekom - Ausrüster Ericsson hat seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das laufende Quartal deutlich gesenkt. Vor Steuern werde im ersten Quartal ein Verlust zwischen vier und fünf Milliarden Kronen (860 Millionen bis 1,1 Milliarden DM) erwartet, nachdem man bislang von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen sei, teilte Ericsson am Montag in Stockholm mit.

rtr STOCKHOLM. Der Umsatz werde auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums oder sogar leicht darunter liegen, hieß es weiter. Bislang war der drittgrößte Handy-Hersteller und weltgrößte Netzwerk-Lieferant von einem Umsatzzuwachs von 15 Prozent ausgegangen. Analysten sagten, die Warnung komme nicht überraschend, da es dem gesamten Telekom-Markt derzeit schlecht gehe.

Die Ericsson-Aktie, die vor der Mitteilung vom Handel ausgesetzt war, gab bei Wiederaufnahme zunächst rund 14 Prozent auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten nach. Auch die Titel anderer Telekom-Ausrüster wie Nokia oder Siemens verloren nach der Ericsson-Mitteilung deutlich. Die US-Technologiebörse Nasdaq eröffnete nach der Warnung 2,6 Prozent schwächer und fiel erstmals seit Ende 1998 unter die Marke von 2000 Punkten.

Ericsson reiht sich mit seiner Ankündigung bei internationalen Technologie- und Telekom-Unternehmen ein, die bereits in den vergangenen Wochen Gewinn- oder Umsatzwarnungen ausgegeben hatten. Dabei war die Rücknahme der Prognosen überwiegend mit einer geringeren Nachfrage nach den jeweiligen Produkten der Unternehmen im Zusammenhang mit dem geringeren Wachstum der US-Wirtschaft begründet worden.

"Das geringere Wachstum betrifft alle unsere Bereiche", teilte Ericsson weiter mit. Vor allem Kunden aus den USA hätten Investitionausgaben eingefroren. Auch in Westeuropa seien diese Ausgaben zurückgefahren worden. Der Umsatz mit Handys im ersten Quartal werde deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums liegen, hieß es zudem.

Ein Sprecher des deutschen Ericsson-Wettbewerbers Siemens wollte die Gewinnwarnung von Ericsson nicht kommentieren. Der Münchener Konzern halte auch daran fest, für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 (zum 30. September) keine Prognosen abzugeben. Die Zahlen würden Ende April veröffentlicht. "Dabei wird der Mobilfunk sicher auch eine Rolle spielen", sagte der Sprecher. Auch die finnische Nokia wollte sich zu möglichen Änderungen ihrer Prognosen zunächst nicht äußern.

Die Ericsson-Aktie verlor nach der Gewinnwarnung zeitweise bis zu 18 Prozent auf 67 Euro und wurde am Nachmittag mit 67,50 Euro noch 14 Euro unter ihrem Vortagesschluss gehandelt. Die Siemens-Titel bauten nach der Ericsson-Mitteilung ihre Verluste aus und lagen mit 120,36 Euro 4,5 Prozent unter ihrem Vortagesschluss. Nokia fielen an der Börse in Helsinki rund zehn Prozent auf 23,08 Euro.

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