Telekom-Ausrüster will bis Ende des Jahres 16 000 Stellen abbauen
Alcatel schreibt Milliarden-Verlust

Der französische Telekom-Ausrüster Alcatel hat für das zweite Quartal einen Rekordverlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro ausgewiesen und einen hohen Stellenabbau angekündigt. Ausgegangen wurde bislang von rund drei Milliarden Euro Verlust. Im entsprechenden Vorjahresquartal war noch ein Reingewinn von 344 Millionen Euro erzielt worden. Bis Ende 2001 fielen 14 000 Arbeitsplätze durch Entlassungen oder Regelungen wie Vorruhestand und Abfindungen weg, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Zwischenbericht mit.

dpa PARIS/STUTTGART. Von zusätzlichen 2 000 Stellen habe sich der Konzern bereits im Zuge des Konzernumbaus getrennt, zum Beispiel im Bereich der inzwischen ausgelagerten Handy-Fertigung, präzisierte das Unternehmen den Stellenabbau. Somit beläuft sich der Abbau in diesem Jahr nach bisherigen Planungen auf 16 000 Arbeitsplätze. Vom Konzernumbau sind nach früheren Angaben über einen längeren Zeitraum rund 13 500 Stellen betroffen. Die Konzernbeschäftigtenzahl wird sich demnach mittelfristig von derzeit 110 000 um rund 27 500 verringern. Offiziell wollte das Unternehmen diese Zahlen nicht hochrechnen.

Von dem Stellenabbau seien in Europa 4 000 Jobs, in Deutschland nach dem aktuellen Stand jedoch niemand betroffen, sagte eine Sprecherin der deutschen Alcatel-Tochter in Stuttgart der dpa. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 13 500 Mitarbeiter. Allerdings sei die Auslagerung von mehreren Werken an Partner im Gespräch; davon würden im Geschäftsfeld Motoren-Bauelemente am Standort Bonndorf (Kreis Waldshut) 500 Stellen sowie weitere 500 Mitarbeiter im nordrhein-westfälischen Belecke und in Sörnewitz (Thüringen) betroffen sein. Die beiden Standorte gehören zum Bereich Batterien und Stromversorgung, der ebenfalls nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns zählt.

Der hohe Verlust im zweiten Quartal wurde in erster Linie mit Sonderbelastungen über 3,2 Milliarden Euro durch den Konzernumbau begründet. Konzernchef Serge Tchuruk hatte nach dem Scheitern der Fusionspläne mit dem US-Konkurrenten Lucent Ende Mai Verkäufe von Beteiligungen in Milliardenhöhe angekündigt. Der größte Teil der eigenen Produktionsstätten, rund 50 Fabriken, solle abgestoßen werden. In der ersten Jahreshälfte entstand nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag in Paris ein Nettoverlust von 2,9 Milliarden Euro nach 602 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum.

Für das zweite Halbjahr sieht Tchuruk keine Besserung auf den weltweiten Telekom-Märkten. Der Abschwung in den USA könnte Europa noch härter treffen als bislang erwartet. Deshalb erwarte er für Alcatel ein schwieriges drittes Quartal. Die Einsparungen durch den Konzernumbau dürften ab dem vierten Quartal greifen. Für 2001 gehe er insgesamt von einem zum Vorjahr unveränderten Konzerumsatz und einem positiven operativen Ergebnis aus. Der Umsatz sank im zweiten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 7,7 auf 6,8 Milliarden Euro und im ersten Halbjahr von 13,8 auf knapp 13 Milliarden Euro, ohne Berücksichtigung von ausgegliederten Unternehmensteilen.

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