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Telekom erhält Zuschlag für LKW-Maut

Das Konsortium um die Deutsche Telekom und DaimlerChrysler Services hat endgültig den milliardenschweren Auftrag für Aufbau und Betrieb des geplanten LKW-Mautsystems erhalten.

dpa/vwd BONN. Die Verträge müssen noch unterschrieben werden. Bereits seit einigen Tagen hatte die Bundesregierung nur noch mit der Telekom und der Dienstleistungstochter des Autokonzerns über den Auftrag verhandelt. Aus dem Rennen ist damit der letzte Konkurrent, ein Konsortium um den britischen Mobilfunkonzern Vodafone sowie Aral und Shell.

Das Projekt sieht die Entwicklung eines satellitengestützten Mauterfassungssystems für schwere Lkw vor, dass voraussichtlich ab Frühjahr 2003 arbeiten soll. Der Betreiber soll dafür jährlich um die 600 Millionen Euro erhalten. Der Vertrag soll über zehn bis zwölf Jahre laufen.

Die Telekom erwartet vom Zuschlag einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr, sagte der Telekom-Vorstand Josef Brauner. Als attraktiv gilt der Zuschlag auch wegen möglicher Anschluss-Aufträge aus dem europäischen Ausland. Weitere Länder planen ähnliche Mautsysteme. An dem erfolgreichen Konsortium ist auch der französische Autobahnbetreiber Cofiroute beteiligt.

Das Ages-Konsortium um Vodafone will die Entscheidung nicht kampflos hinnehmen. Derzeit sei ein Nachprüfungsantrag in Vorbereitung, der beim Bundeskartellamt eingereicht werde, sagte eine Ages-Sprecherin. "Für eine Siegesfeier des Wettbewerbers ist es noch zu früh", so die Sprecherin. Ob Ages auch den Klageweg beschreiten werde, sei allerdings noch offen.

Das Bundesverkehrsministerium erwartet aus den Maut-Einnahmen jährlich rund 3,4 Milliarden Euro. Lkw ab zwölf Tonnen müssen je nach Achszahl und Schadstoffausstoß durchschnittlich rund 15 Cent pro Kilometer zahlen.

Das Erhebungssystem sieht vor, dass Lkw eine so genannte On Board Unit (OBU) mit sich führen, ein kleines Gerät etwa in der Größe eines Autoradios, das Signale über Satellit aussendet. So kann die Strecke und zugleich Größe und Schadstoffausstoß des Lkw ermittelt und die Kosten entsprechend abgebucht werden.

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