Telekom kassiert 200 Millionen Euro durch Verkauf von Anteilen des Mobilfunkers MTS: Ricke senkt Russland-Beteiligung

Telekom kassiert 200 Millionen Euro durch Verkauf von Anteilen des Mobilfunkers MTS
Ricke senkt Russland-Beteiligung

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke gibt sich optimistisch: Für das laufende Jahr kündigte er ein signifikant besseres Ergebnis als im Vorjahr an. Auch beim Schuldenabbau meldet der Konzern weitere Fortschritte.

lü/slo DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom hat gestern ein Aktienpaket des russischen Mobilfunkanbieters MTS verkauft und so 200 Mill. Euro eingenommen. Mit dem Erlös will der Konzern seine Schulden weiter senken.

Die Verbindlichkeiten lagen Ende vergangenen Jahres bei 61,1 Mrd. Euro, wie die Telekom gestern in ihrem Geschäftsbericht für 2002 bestätigte. In diesem Jahr will Konzernchef Kai-Uwe Ricke die Schulden auf etwa 50 Mrd. Euro und damit das Dreifache des operativen Ergebnisses senken. Dazu sollen unter anderem auch der bereits angekündigte Verkauf weiterer MTS-Aktien beitragen. Die Telekom will damit ihre Anteile von 40 auf 25,1 % senken. Der MTS-Aktionär Sistema hat eine Option auf den Kauf eines Zehn-Prozent-Pakets. Fünf Prozent gingen gestern bereits an institutionelle Anleger.

Für das laufende Jahr kündigte Konzernchef Kai-Uwe Ricke zudem eine signifikante Verbesserung des Ergebnisses an. Im ersten Quartal habe die Telekom bereits "sehr zufriedenstellende Ergebnisse" erreicht. Analysten erwarten jetzt daher einen Umsatz im ersten Quartal von mehr als 13,75 Mrd. Euro und damit mindestens eine Mrd. Euro mehr als im ersten Quartal 2001. Außerdem soll das operative Ergebnis mehr als 4,3 Mrd. Euro betragen - nach 3,8 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Aktienkurs stieg nach Rickes optimistischen Aussagen im Tagesverlauf um über 3 % auf 12 Euro.

Im vergangenen Jahr fuhr der Konzern unterm Strich ein Minus von 24,5 Mrd. Euro ein - hauptsächlich auf Grund von Abschreibungen auf Mobilfunkbeteiligungen und Lizenzen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Beteiligungserträgen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 8 % auf 16,3 Mrd. Euro. Der für die Beurteilung der Finanzkraft aussagefähigere Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit, die Summe der im Berichtsjahr erwirtschafteten Zahlungsmittel, wuchs jedoch nur um 4,4 % auf 12,5 Mrd. Euro und damit geringer als noch im Vorjahr. Auf den Umsatz bezogen sank die entsprechende Rendite um 1,4 Prozentpunkte auf 23,2 %.

Die Kapitalflussrechnung zeigt zudem, dass die Ausgaben für Investitionen und Zukäufe des vergangenen Jahres von 14,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr zu einem Großteil aus dem Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit finanziert werden mussten. Im Gegensatz zu 2001 standen der Telekom nämlich nur rund 4,6 Mrd. Euro Mittel aus dem Verkauf von Vermögen zur Verfügung. Insgesamt war der Finanzbedarf aus Investitionstätigkeit mit 10 Mrd. Euro fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Unter dem Strich wirkte sich dies auch in der Bilanz aus. So ließ der insgesamt um mehr als eine Milliarde höhere Nettobedarf an Geld den Posten "flüssige Mittel" in der Telekom-Bilanz auf 1,9 Mrd. Euro schrumpfen. Zudem verhagelten die hohen Wertberichtigungen die Bilanzrelationen. So schrumpfte das Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme von 40,3 auf 28,1 %. Die Finanzschulden machen jetzt etwas mehr als die Hälfte der Bilanzsumme von 125, 8 Mrd. Euro aus.

Für das laufende Jahr erwarten Experten unterm Strich weiterhin ein Minus - auf knapp zwei bis drei Milliarden Euro schätzen sie den Nettoverlust. Einen etwas geringeren Fehlbetrag erwarten sie auch in 2004. Erst in 2005 geht beispielsweise Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, unterm Strich von schwarzen Zahlen aus. "2004 wird es wohl für einen Vorsteuergewinn reichen", prognostiziert Rothauge.

Entscheidend aus Sicht der Experten ist jedoch das operative Ergebnis. Der Telekom-Chef hatte für das laufende Jahr ein Ebitda von 16,7 bis 17,9 Mrd. Euro vorgegeben. Den unteren Rand dieser Prognose halten Analysten für äußerst zurückhaltend. So gehen Analysten bei der Hypovereinsbank beispielsweise von 17,6 Mrd. Euro aus, in erster Linie getragen durch das Wachstum der Mobilfunksparte T-Mobile.

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