Telekom-Konkurrenten wollen an Preisen für Kurznachrichten festhalten
SMS werden nicht überall teurer

Wichtige Mobilfunkkonkurrenten der Deutschen Telekom wollen trotz geplanter höherer SMS-Preise der Bonner Konzerntochter T-Mobil ihre Gebühren für die beliebten Handy-Kurzmitteilungen vorerst nicht anheben.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir haben nicht vor, unsere SMS-Preise für die Endkunden zu erhöhen," sagte ein Sprecher von Vodafone D2 am Montag. Auch Viag Interkom und die KPN-Tochter E-Plus wollen an ihren SMS-Preisen zunächst festhalten. Marktführer T-Mobile hatte mitgeteilt, seine SMS-Gebühren für Neukunden deutlich anheben zu wollen. Dies wird von Politikern und Verbraucherschützern stark kritisiert. Andere Anbieter wie Debitel hatten unlängst bereits ihre SMS-Gebühren für Neuverträge erhöht. Mobilcom will nach eigener Aussage erst einmal abwarten.

Die angekündigte Preiserhöhung bei T-Mobile gilt nach Angaben eines Firmensprechers für die Mobilfunkverträge der Typen "Telly Active" und "Telly Profi", wobei die Preise von bislang 15 Pfennig (rund 8 Eurocent) auf 19 Cent angehoben werden sollen. Bei den Pre-Paid-Karten sei dagegen eine Preissenkung auf 19 von zuvor 20 Cent geplant.

Mit Blick auf die neue Gebührenstruktur bei T-Mobile sagte der Vodafone-D2-Sprecher: "Da haben wir keinen Druck. Wir werden uns das erst einmal in Ruhe anschauen." Vodafone und T-Mobile sind die beiden führenden Mobilfunkbetreiber in Deutschland. Auch Viag Interkom will seine Preise für die Kurzmitteilungen vorerst nicht anheben. "Wir haben uns entschieden, die Gebühren für die SMS-Mitteilungen derzeit nicht zu erhöhen", sagte ein Unternehmenssprecher. Bei Viag Interkom kostet die netzinterne SMS-Mitteilung derzeit 12 Cent, Vodafone weist pro SMS für sein D2-Netz im Internet einen Preis von 11,7 Cent aus.

Betreiber wie Debitel hatten zuvor bereits ihre Gebühren für die besonders bei Jugendlichen beliebten Kurzmitteilungen angehoben. So waren bei Debitel nach Unternehmensangaben die SMS-Preise für Neuverträge zum 15. Januar einheitlich auf 19 Cent erhöht worden. Davor hatte nach Angaben einer Sprecherin der Preis bei 12 Cent gelegen.

Politiker der verschiedenen Parteien hatten die Pläne der Telekom zum Teil stark kritisiert. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hatte am Wochenende darauf hingewiesen, dass SMS-Mitteilungen inzwischen zum Lebensstil der Jugendlichen gehörten. Es dürfe nicht geschehen, dass Marktmacht missbraucht werde, um Verbrauchern völlig ungerechtfertigte drastische Gebührenerhöhungen aufzubürden, hatte die Ministerin gesagt. Bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hieß es sogar, die Mobilfunkanbieter müssten ihre Preise senken, da die Unternehmen pro SMS eine Gewinnspanne von mindestens 75 % erzielten. Die Kosten je SMS lägen dagegen bei nicht mehr als ein bis zwei Cent. Die Telekom wies dagegen darauf hin, dass Jugendliche zumeist mit Pre-Paid-Karten telefonierten und daher von den Gebührenerhöhungen zumeist nicht betroffen seien.

Bei E-Plus, der Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN, hieß es, die SMS-Gebühren blieben erst einmal stabil. An eine Anhebung der Preise werde zurzeit nicht gedacht. Gegenwärtig rechne E-Plus noch nach den alten DM-Tarifen in Euro um. "Neue Euro-Tarife wird es erst im Frühjahr bei uns geben", sagte eine E-Plus-Sprecherin. Ob es dann allerdings zu einer Anhebung der SMS-Gebühren komme, könne sie nicht sagen. Bei der Büdelsdorfer Mobilcom ist eine Entscheidung über mögliche SMS-Gebührenerhöhungen offenbar noch nicht gefallen. "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen werde die Sachlage erst einmal genau überprüfen.

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