Telekom-Kursverluste zehren Indexgewinne auf
Neuer Markt im Minus

Die massiven Kursverluste der Deutschen Telekom und Infineon haben Händlern zufolge auch den Neuen Markt belastet und die bisherigen Tagesgewinne von mehr als zwei Prozent zu nichte gemacht. Am Nachmittag rutschte der Neue Markt dann in negatives Terrain.

Reuters FRANKFURT. "Dieser Markt ist und bleibt stark verunsichert. Die Telekom wird als großer Technologiekonzern natürlich beobachtet und belastet schon seit Tagen, genau wie die schwachen Konjunkturdaten in den USA, den Markt", sagte ein Marktteilnehmer. Die Telekom gab zeitweise mehr als sieben Prozent ab und stürzte bei 18,75 ? auf den tiefsten Stande seit März 1998. Infineon fiel um über sechs Prozent. Trotz einiger guter Halbjahresergebnisse der Nemax-Schwergewichte Qiagen und Aixtron ist der Neue Markt im Wochenverlauf um knapp sieben Prozent gefallen.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Nachmittag 1,04 % auf 1 156 Punkten ab. Der Auswahlindex büßte 0,32 % auf 1 104 Zähler ein. Am Vortag hatten beide Indizes knapp drei Prozent verloren. Die US-Technologiebörse Nasdaq eröffnete am Freitag 0,78 % leichter bei 1948 Punkten.

Im Blickpunkt des Handels standen die Papiere der Direktbank Consors , die sich deutlich von den Verlusten der Vortage erholen konnte. Consors legte mehr als fünf Prozent auf 14,85 Euro zu. Die Commerzbank-Tochter Comdirect stieg zeiteise um vier Prozent auf 8,60 Euro. Beide Online-Broker werden in der kommenden Wochen wie auch die Direkt Anlage Bank über die Entwicklung im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2001 berichten.

Senator-Aktie unter Druck

Auf der Verliererseite ragten die Papiere des Medienunternehmens Senator Entertainment heraus, die sich um über 18 % auf 3,19 Euro verbilligten. Händler führten den Verlust auf institutionelle Verkäufe zurück. In den vergangenen zwei Wochen hat die Senator-Aktie rund 28 % an Wert verloren.

Insgesamt wiesen bis zum Nachmittag 31 der 50 Blue Chips am Neuen Markt Kursgewinne auf.

Am breiten Markt standen die Papiere von Musicmusicmusic, die sich um 31 % auf 0,46 ? erhöhten, im Blickpunkt des Interesses. Der amerikanische Internet-Musikanbieter hat nach eigenen Angaben eine Lizenzvereinbarung mit der Universal Music Group geschlossen. Auch die Titel von I-D Media verteuerten sich um knapp 20 % auf 2,80 Euro. Der Multimedia-Dienstleister hatte zuvor mitgeteilt, für die Bank Credit Suisse eine neue Banking- und Trading-Plattform zu konzipieren und zu produzieren, ohne dass Auftragsvolumen zu nennen.

Auf der Verlierseite ragten die Anteilsscheine von Easy Software, einem Entwickler und Anbieter von Dokumenten-Management-Systemen, heraus, die um rund 21 % auf 5,25 Euro stürzten. Das Unternehmen hatte am Morgen bekannt gegeben, im ersten Halbjahr 2001 einen Periodenfehlbetrag von 3,39 Mill. Euro nach einem Überschuss von 0,43 Mill. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erzielt zu haben. Der Umsatz sei zwar auf 19,7 (17,7) Mill. Euro gestiegen, habe jedoch um rund zwölf Prozent unter den Planungen gelegen.

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