Telekom legt Bilanz vor
DSW will Telekom-Gremien Entlastung verweigern

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat angekündigt, auf der Hauptversammlung Ende Mai Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Dies sei auf Grund des Kursrückgangs und der damit bei den Aktionären eingetretenen Vermögensverluste unmöglich.

rtr/dpa DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom legt an diesem Dienstag ihre endgültigen Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2000 vor. Dabei wird der Bonner Telekommunikationskonzern auch erste Aussagen zur Entwicklung von Gewinn und Umsatz im ersten Quartal dieses Jahres machen. Branchenexperten rechnen für 2001 mit einer Trendwende beim Ergebnis, nachdem im vergangenen Jahr vor allem die Kosten für die Gewinnung von Neukunden im Mobilfunk auf die Gewinne gedrückt hatten.

Ursprünglich hatte das Unternehmen für 2000 einen Umsatz von 40,9 Mrd. Euro und einen Jahresüberschuss von 7,4 Mrd. Euro genannt. Durch eine milliardenschwere Wertberichtigung des Immobilienvermögens wurde der Gewinn wenig später allerdings auf 5,9 Mrd. nach unten korrigiert. Durch diesen Schritt geriet der Vorstandsvorsitzende, Ron Sommer, immer stärker in die Schusslinie der Kritik. Kleinaktionäre stellten bei der Bonner Staatsanwaltschaft sogar Strafanzeige gegen den Telekom-Chef.

Sonderprüfung der Immobilienbewertung

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat unterdessen angekündigt, auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG eine Sonderprüfung der Immobilienbewertung des Konzerns zu beantragen und den Gremien die Entlastung zu verweigern. Die Aktionärsvereinigung begründete ihre Entscheidung unter anderem mit einem von den Führungsorganen der Telekom zu verantwortenden Kursrückgang der T-Aktie. Dazu kämen eine "fehlerhafte Personalpolitik" bei der Internet-Tochter T-Online, die geplante Beteiligung an dem "verlustträchtigen" US-Unternehmen VoiceStream, die mangelnde Senkung der Verschuldung, eine "unbefriedigende Informationspolitik" sowie die Abwertung des Immobilienbestandes um rund 2 Mrd. DM, teilte die DSW zudem mit.

Zur Bewertung des Immobilienvermögens will die DSW auf der Hauptversammlung wie bereits angekündigt eine Sonderprüfung beantragen, um die Rechtmäßigkeit der Immobilienbewertung seit der Umwandlung in die Telekom AG im Jahr 1995 zu klären. Damit soll auch geprüft werden, ob die Börsenprospekte beginnend mit der Erstemission im Jahr 1996 fehlerfrei waren. Von dem Ergebnis der Prüfung will die DSW nach früheren Angaben abhängig machen, ob Prospekthaftungsklagen angestrebt werden.

Die Aktionärsvereinigung forderte die Telekom-Aktionäre auf, die Sonderprüfung mit zu beantragen. Nach Angaben der DSW ist für den Antrag die Zustimmung von Besitzern von 200 000 Namensaktien der Telekom notwendig, was einem Gegenwert von 500 000 Euro entspricht. Ein DSW-Sprecher sagte auf Anfrage, man habe bereits Zuspruch von Aktionärsseite für die Sonderprüfung erhalten, wolle aber weitere Telekom-Aktionäre animieren, ihre Rechte wahrzunehmen.

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