Telekom-Mobilfunksparte braucht einen langen Atem
Durststrecke bis zum UMTS-Start

Die Telekom will noch in diesem Jahr an die Börse. Ihr UMTS-Netz will sie aber erst im dritten Quartal 2003 ans Netz gehen lassen.

slo DÜSSELDORF. Der dritte Versuch soll der letzte bleiben: Die Deutsche Telekom hält an ihren Börsenplänen fest. Aktien der Mobilfunksparte T International-Mobile sollen in diesem Jahr platziert werden, bekräftigte Kai-Uwe Ricke, im Telekom-Vorstand für den Mobilfunk verantwortlich. Zwei Mal hat T-Mobile den Gang aufs Parkett bereits verschoben, zuletzt im Sommer 2001 - wegen der schlechten Börsenstimmung.

Zwar stehe der genaue Zeitpunkt für den erneuten Versuch noch nicht fest, es bestehe aber kein Zweifel mehr, dass der Börsengang in diesem Jahr angestrebt werde, sagte Ricke. Als Termine kommen die traditionell börsenfreundlichen Monate Juni oder November in Frage. "Wir werden uns nicht unter Preis verkaufen", unterstrich Ricke angesichts der schlechten Stimmung für Telekom-Papiere. Aktien der Deutschen Telekom stehen seit langem unter Druck, gestern verloren sie 1 % und fielen auf 17,50 Euro.

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will die Telekom vor allem ihren hohen Schuldenstand reduzieren. Die Verbindlichkeiten von 65,2 Mrd. Euro sollen bis Jahresende auf 50 Mrd. Euro sinken. Ziel sei es aber auch, eine Akquisitionswährung zu schaffen und "uns damit für die Konsolidierung fit zu machen", betonte der Telekom-Vorstand.

Die Mobilfunksparte braucht zudem finanziell langen Atem, um die Durststrecke bis zum Start der neuen Technik UMTS zu überdauern. Der deutsche Marktführer dämpft Erwartungen an die neue Technik: Zwar beginnt die Telekom bereits in diesem Jahr mit dem Aufbau eines UMTS-Netzes, kommerziell soll der Mobilfunk der dritten Generation aber erst im dritten Quartal 2003 starten. "Wir werden mit UMTS an den Markt gehen, wenn die Technik, die Verfügbarkeit der Endgeräte und der Dienste unseren Ansprüchen genügen", sagte René Obermann, Europachef von T International. -Mobile Damit rechnet er erst im Sommer nächsten Jahres. Wesentliche Umsätze mit UMTS erwartet er im Jahr 2004. Dann sollen 10 % der T-Mobile-Kunden die neuen Dienste nutzen.

Bislang hatte die Telekom den genauen Termin für die UMTS-Einführung offen gelassen, als Starttermin jedoch den Jahresbeginn 2003 signalisiert. Die Konkurrenten wollen schneller sein: Vodafone D2, Nummer zwei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, sowie Mobilcom wollen den Startschuss für die neue Technik bereits im dritten Quartal 2002 geben. Viag Interkom hat dagegen Anfang 2003 angepeilt. E-Plus gibt noch keinen konkreten Zeitpunkt an. "Wir werden aber 2003 starten", heißt es.

Experten halten die T-Mobile-Pläne für realistisch. Denn die technischen Probleme mit UMTS, das eine Vielzahl von Datendiensten per Handy möglich machen soll, sind noch nicht gelöst. Mit 67 Millionen Kunden weltweit gehört T International-Mobile neben Vodafone und NTT Docomo zu den größten Mobilfunkern.

24.1.2002

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%