Telekom-Pensionsfonds verteilt die Aufgaben auf Spezialisten-Quintett
Bosch startet im Herbst mit eigener Versorgungseinrichtung

Ein erster Erfolg: Der Telekom-Pensionsfonds ist unter Dach und Fach. Nach Vorreiter Telekom startet die Robert Bosch GmbH spätestens im Oktober mit einem Riester-tauglichen Pensionsfonds-Angebot für die 102 000 Mitarbeiter in Deutschland.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Dies sagte der Leiter der betrieblichen Versorgungsleistung, Bernhard Wiesner, dem Handelsblatt. Noch wartet der Konzern aber auf die Genehmigung durch die Bonner Aufsicht. Telekom und Bosch zählen zu den Pionieren bei Pensionsfonds unter den Unternehmen - daneben gibt es Branchen-Pensionsfonds wie die Metallrente und Pensionsfonds der Finanzdienstleister.

Alle zusammen könnten in Deutschland im Jahr 2010 ein Zehntel der betrieblichen Altersvorsorge von erwarteten Deckungsmitteln über 659 Mrd. herausschneiden, schätzt die Allianz.

Das von der Telekom gewählte Konzept für die betriebliche Altersversorgung von rund 250 000 Mitarbeitern ist bisher einmalig. Anders als bei Konsortien üblich, stellt der Vertrag darauf ab, dass die Partner je einen Leistungsbaustein und keine Quote am Gesamtpaket übernehmen.

"Die Telekom ist der erste Firmenkunde in Deutschland, der den Pensionsfonds als Durchführungsweg gewählt hat", erklärt Frank Neuroth, Vorstand der Victoria Lebensversicherung. Meist werde Pensionskassen der Vorzug gegeben. Diese haben im Rahmen der Riester-Förderung praktisch die gleichen Anlagemöglichkeiten, müssen jedoch keine Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein zahlen. Er sichert die betriebliche Altersversorgung bei Insolvenz der Unternehmen.

Im Fall des Bosch-Pensionsfonds sind die Allianz Dresdner Asset Management Deutschland GmbH sowie die zur Allianz-Gruppe zählende Beratungsgesellschaft Dr. Dr. Heissmann GmbH die Partner. Bosch wolle aber eine zweite Kapitalanlagegesellschaft mit ins Versorgungsboot nehmen, erklärte Wiesner.

Das magentafarbene Telekom-Team stellen neben der Victoria zwei Versicherer und zwei Vermögensanlage-Gesellschaften: Allianz Lebensversicherung, Schweizer Rentenanstalt, HSBC Trinkaus und Citigroup Asset Management. "Seit einem Jahr wurde an dem Konzept gebaut", so Friedrich von Nathusius, Geschäftsführer von Citigroup Asset Management.

Einer der Baumeister ist die auf Altersversorgung spezialisierte Beratungsgesellschaft, die Rauser AG in Reutlingen. Sie hat offenbar die Aufgaben mit verteilt, dürfe sich auf Geheiß der Telekom aber nicht öffentlich dazu äußern, heißt es in Reutlingen. Von der Telekom waren dazu keine Einzelheiten zu erfahren.

Das Besondere beim Telekom-Fonds: Jeder macht das, wovon er am meisten versteht: So teilen sich die Versicherer die so genannten biometrischen Risiken. Das heißt, "die Allianz übernimmt die Absicherung vorzeitiger Todesfälle", wie ein Sprecher bestätigt. Die Schweizer Rentenanstalt hat einen Namen in der Berufsunfähigkeitsversicherung und soll deshalb dieses Risiko abdecken.

Der Dritte im Bunde, die Victoria, übernimmt später die Verrentung des Sparkapitals. "Während der Ansparphase sind die beiden Assetmanager zuständig", betont von Nathusius. Was die Anlagespezialisten erwirtschafteten, gehe bei der Victoria ein, wenn der Telekom-Mitarbeiter 55 Jahre alt wird, ergänzt Neuroth. Dann wird der Schwerpunkt von der Renditesteigerung auf Sicherheit verlagert. Der Lebensversicherer legt das Geld so an, dass er eine lebenslange Rente garantieren kann.

Als letztes Glied in der Renten-Kette trägt die Victoria allerdings nicht die alleinige Verantwortung für das Endresultat. "Das teilen wir uns mit den Assetmanagern", verdeutlicht Neuroth. Letztlich ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die Sparer mindestens die eingezahlten Beiträge herausbekommen.

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