Telekom prüft Verkauf von Teilen des Aktienpaketes
Schuldenabbau mit T-Online-Aktien

Die Deutsche Telekom prüft nach Angaben aus Finanzkreisen, kurzfristig einen kleinen Teil ihres Aktienpakets an dem Internet-Dienstleister T-Online zu veräußern.

Reuters LONDON/FRANKFURT. Aus den Kreisen verlautete, die Telekom erwäge einen Paketverkauf von 80 bis 90 Millionen T-Online-Aktien, sofern der Markt Interesse habe, sagte ein in London ansässiger Fondsmanager. Ursprünglich habe die Telekom noch mehr Aktien platzieren wollen. Ein Sprecher der Telekom wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Die Telekom besitzt eine Milliarde T-Online-Aktien. Der Marktwert dieses Aktienpakets liegt derzeit bei rund 6,2 Milliarden Euro.

In unternehmensnahen Kreisen hieß es, "eine Platzierung von T-Online-Aktien ist ein sehr kurzfristig einsetzbares Instrument auf dem Kapitalmarkt, das jederzeit angewendet werden kann". Die Telekom habe jedoch keinen Zeitdruck, da keine akuten Zahlungsverpflichtungen anstünden. Als mögliche Größenordnung einer Transaktion wurde ein Erlös in Höhe eines zumindest dreistelligen Millionen-Betrages genannt. Die Telekom ist mit rund 82 Prozent größter Aktionär bei T-Online, dem größten europäischen Internet-Anbieter.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf Banken- und Unternehmenskreise, der Konzern prüfe, "ein überschaubares Aktienpaket" kurzfristig an der Börse zu platzieren. Bei mehreren deutschen Fondsgesellschaften hieß es indes, es habe keinen Kontakt zur Telekom wegen einer geplanten Platzierung von T-Online-Aktien gegeben. Eine Transaktion könne aber noch bis Jahresende oder zu Jahresbeginn 2003 erwartet werden. Der Fondsmanager Trudbert Merkel von der Deka Gruppe sagte, eine T-Online-Platzierung sei möglich, da die Rating-Agenturen auf eine Senkung der Verschuldung drängten.

Die bereits seit längerem am Markt zirkulierenden Spekulationen über eine mögliche Reduzierung des Anteils erhalten dadurch Nahrung, dass die Telekom ihre Schulden reduzieren will. Außerdem würde ein größerer Streubesitz von T-Online die Gewichtung der Aktie in den Börsenindizes erhöhen. Die Telekom strebt an, ihre Verschuldung bis Ende 2003 auf 50 Milliarden Euro von derzeit 62 Milliarden Euro zu senken.

Die T-Online-Aktien verloren am Freitag erneut mehr als drei Prozent auf 6,17 Euro und büßten damit bei vergleichsweise hohen Umsätzen rund 3,6 Prozent an Wert ein. Im Lauf einer Woche verlor das Papier damit mehr als 13 Prozent an Wert.

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