Telekom-Schwäche und Dow-Jones belasten
Dax geht deutlich schwächer aus dem Handel

Die deutschen Standardwerte konnten dem Tempo des Neuen Marktes nicht folgen. Erneut wurde die Telekom zu einer Belastung für den Index.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Mittwoch, einen Tag vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), deutlich nachgegeben. Der Dax schloss mit 7185,66 Punkten 1,49 Prozent leichter als am Dienstag und wurde dabei wiederum durch erhebliche Kursverluste beim Index-Schwergewicht Deutsche Telekom belastet.



Der schwache Euro, der am Mittwoch auf ein Rekordtief zum japanischen Yen gefallen war, hatte nach Angaben von Händlern kaum Auswirkungen auf die Kurse. In den USA lagen die führenden Börsenindizes am Nachmittag (MESZ) im Minus und gaben dem deutschen Markt damit keine positiven Impulse. Von den 30 Titeln in Dax konnten am Mittwoch nur sechs Zuwächse verbuchen.



Nach Angaben von Händlern ist es derzeit schwierig, eine attraktive Anlage im Dax zu finden. "Was wollen sie denn kaufen? Die Old Economy? Die sind zwar billig, haben aber keine tolle Performance. Die New Economy? Bei Siemens und Infineon ist die Luft momentan raus, SAP fast zu teuer und über die Telekom brauchen wir gar nicht zu reden", hieß es bei einer Frankfurter Großbank.



Zwar verfügten die Anleger über viel Geld, investierten es aber bei der derzeitigen Marktlage nicht. Daran werde sich wohl auch nach der Zinsentscheidung der EZB zunächst wenig ändern. "Dann wird man auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag warten und am Montag ist in den USA Feiertag, da passiert auch nichts."



Die EZB berät am Donnerstag über eine Zinserhöhung. Allgemein wird am Markt erwartet, dass die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben werden. Ein solcher Anstieg wäre nach Angaben von Händlern bereits in den aktuellen Aktienkursen berücksichtigt.



Der Euro, der auch am Mittwoch bei 0,89 Dollar nur knapp über seinem Rekordtief zur US-Währung lag, belastete den Aktienmarkt nach Einschätzung mehrerer Händler kaum. "Ob der Euro nun bei 89 oder bei 92 Cents liegt, das ist für das Tagesgeschäft wenig relevant", sagte ein Händler. Wichtiger sei der mittelfristige Trend. Und da gebe es offenbar weitgehend die Einschätzung am Finanzmarkt, dass sich der Euro in den kommenden Wochen weiter um das derzeitige Niveau herum bewegen werde.



Aus dem USA erhielt der Dax am Mittwoch keine Unterstützung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag bei Handelsschluss in Frankfurt mit 0,85 Prozent im Minus. Bereits am Vortag hatte das Börsenbarometer 0,4 Prozent verloren. Händler hatten dies mit den überraschend starken Zahlen zu den US-Eigenheim-Verkäufen begründet, die erneut etwas Unsicherheit in den Markt gebracht hätten, ob die US-Notenbank nicht doch die Zinsen anheben könne. Der technologielastige Nasdaq-Index lag am Mittwoch 0,2 Prozent im Plus.



Die Aktien der Deutschen Telekom gaben am Mittwoch 2,9 Prozent auf 43,41 Euro nach. Ein Händler begründete dies mit dem geringer als erwartet ausgefallenen Gewinn der niederländischen Mobilfunkgesellschaft KPN. "Bei der Deutschen Telekom ist doch dessen Mobilfunktochter T-Mobile der Haupt-Gewinnbringer. Wenn auch dort, wie nun bei KPN, die Gewinne niedriger ausfallen würden, belastet das die gesamte Gewinnentwicklung der Telekom", sagte ein Händler. Er fügte hinzu, dass es derzeit zudem auch keinen triftigen Grund gebe, die Telekom zu kaufen. "Die läuft ihnen im Moment nicht weg."



Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörte am Mittwoch erneut Preussag. Die Titel des Touristik-Konzerns stiegen um 0,4 Prozent auf 37,85 Euro. Ein Händler machte dafür Nachwirkungen der am Dienstag vorgelegten Geschäftszahlen verantwortlich. Ein anderer verwies auf den seit Tagen anhaltenden Aufwärtstrend der Preussag, der damit begründet werden könne, dass der Kauf der britischen Thomson Travel durch Preussag nun wohl nicht, wie eigentlich am Markt erwartet, durch eine Kapitalerhöhung, sondern durch Mittel aus dem Verkauf von Gesellschaftsbesitz aufgebracht werden soll.



Ebenfalls auf der Gewinnerseite standen Adidas Salomon , die 1,8 Prozent auf 58,75 Euro zulegten. Hier wirke sich weiterhin aus, dass die Aktie nicht aus dem Dax genommen worden sei und sich Investoren nach und nach wieder eindeckten. Ein Händler nannte für das Papier aus charttechnischer Sicht weiteres Aufwärtspotenzial von bis zu 20 Prozent.



Der MDax der mittleren Werte gab am Mittwoch 0,09 Prozent auf 4878,02 Zähler nach. Am Neuen Markt stieg der Nemax-Index indes um 1,3 Prozent auf 5372,41 Punkte.

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