Telekom schwächer
Dax von Gewinnmitnahmen belastet

Nach der Kursrally der vergangenen sechs Tage haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag aufgrund von Gewinnmitnahmen wieder leicht nachgegeben.

Reuters FRANKFURT. "Wir sind wahnsinnig gut gelaufen in den letzten Tagen und jetzt setzen Gewinnmitnahmen ein", kommentierte Rolf Stegemann-Kühnert, Aktienhändler bei der BHF-Bank, das Geschehen am Markt. Auch überraschend gut ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Nachmittag nur kurzzeitig Auftrieb. Im Mittelpunkt stand die Deutsche Telekom, die im Rahmen der Analystenerwartungen liegende Geschäftszahlen für 2001 veröffentlichte. Im M-Dax brachen die Titel der Software AG nach einer Senkung der Quartalsprognosen um zeitweise mehr als 40 % ein.

Der Dax ging bei 5228 Punkten 0,33 % unter seinem Vortagesschluss aus dem Handel. Der Dax hatte seit Montag vergangener Woche knapp zwölf Prozent zugelegt, was Marktteilnehmer in erster Linie auf positiv ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA und Europa zurückführten. Die Hoffnungen der Investoren, dass die Weltwirtschaft bald wieder anziehe und dies steigende Unternehmensgewinne mit sich bringe, verstärkten sich, sagten Händler.

Am Dienstag beflügelten überraschend besser als erwartet ausgefallene Wirtschaftszahlen aus Amerika die Aktienmärkte indes nur kurzzeitig. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute of Supply Management (ISM) war im Februar auf 58,7 nach 49,6 Punkten im Januar angestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg des Index auf 51,4 Punkte prognostiziert. Der Dax zog danach auf 5284 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit acht Wochen an, gab seine Gewinne kurz darauf aber wieder vollständig ab. Marktteilnehmer werteten die Daten als extrem positiv, da sie deutlich über den Erwartungen lagen. "Der Markt hat aber in den letzten Tagen genügend vorweg genommen und jetzt setzt ein klassischer 'Sell on good News ein'", sagte ein Händler mit Blick auf die fallenden Kurse am Markt.

An den Aktienmärkten in New York notierten die Kurse bei Börsenschluss in Deutschland uneinheitlich. Die Technologiebörse Nasdaq lag 0,7 % im Plus bei 1872 Zählern, der Industriewerte-Index Dow Jones gab um rund ein Prozent auf 10 473 Punkte nach.

Am deutschen Markt zogen unter anderem die Aktien der Deutschen Telekom Anlegerinteresse auf sich. Die Papiere büßten knapp zwei Prozent auf 16,72 Euro ein, nachdem der Konzern 2001 wie von Analysten erwartet trotz Erträgen aus Beteiligungsverkäufen einen Milliardenverlust und damit das schlechteste Ergebnis seit dem Börsengang 1996 erwirtschaftet hatte. Marktteilnehmer erklärten den fallenden Kurs mit Gewinnmitnahmen und der Schuldenproblematik des Konzerns. Der Schuldenberg von mehr als 60 Mrd. Euro sei weiterhin viel zu hoch, sagte Invesco-Fondsmanager Alexander Uhlmann.

Unter Gewinnmitnahmen litten Händlern zufolge auch die Aktien von Vortagesfavorit Epcos und Infineon, die um 3,6 % beziehungsweise 5,2 % fielen.

Auf der Seite der Kursgewinner ragten unter anderem die Titel des Chemie- und Konsumgüterherstellers Henkel heraus, die sich um 2,7 % auf 67,50 Euro verteuerten. Das Geschäftsjahr 2002 ist nach Aussagen von Henkel-Chef Ulrich Lehner gut angelaufen. Die am Dienstag vorgelegten Henkel-Zahlen für 2001 hatten die Erwartungen der Analysten aber verfehlt.

Im M-Dax brachen die Anteilsscheine der Software AG um mehr als 36 % auf 19,91 Euro ein. Das Unternehmen hatte zuvor die Prognosen für das erste Quartal gesenkt. Analyst Steffen Manske von Consors Capital sagte, das sei noch nicht das Ende der Fahnenstange. "Eine Reduzierung der Gesamtjahres-Prognose ist nun wohl auch zu erwarten." Ein Händler sagte, zusätzlich laste der Vorstandswechsel vom Vortag auf der Aktie.

Escada legten dagegen nach Geschäftszahlen knapp drei Prozent auf 20 Euro zu. Das Modeunternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2001/02 bei einem leichten Umsatzrückgang ein positives Ergebnis.

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