Telekom setzt mit VoiceStream auf 245 Mill. potenzielle Kunden
Langsam beginnt der Mobilfunkmarkt in den USA zu boomen

Noch hinken die USA beim Mobilfunk hinter Deutschland her. Allerdings wird der Handymarkt in den USA in drei Jahren größer sein als in Europa.

ap NEW YORK. Noch hinken die USA beim Mobilfunk hinter Deutschland her: Nur etwa 33 % der Haushalte besitzen nach Angaben des Chefs von VoiceStream, John Stanton, ein Mobiltelefon; in Deutschland ist die Penetrationsrate doppelt so hoch. Allerdings wird der Handymarkt in den USA in drei Jahren größer sein als in Europa. Die Deutsche Telekom hofft, durch den milliardenschweren Kauf von VoiceStream dann dabei zu sein. Der Vorstandsvorsitzende der Telekom-Tochter T International, -Mobile Kai-Uwe Ricke, äußerte vor Journalisten in New York die Erwartung, dass die Marke von einer Mrd. Handys in den USA bereits 2003 übertroffen sein wird. Gegenwärtig dürfte die Zahl bei 500 Mill. liegen.

In den Vereinigten Staaten zeichnet sich ein Boom ab. Telefonierten Ende 1999 rund 81 Mill. Amerikaner mobil, so waren es Mitte des Jahres bereits 94 Mill.. Dabei ist VoiceStream die einzige US-Gesellschaft, die den in Europa üblichen GSM-Standard verwendet. In den USA gibt es viele unterschiedliche Standards. Stanton spricht von einem Flickenteppich. Die Mobilkommunikation endet häufig bereits an der regionalen Grenze. Landesweite Lizenzen gibt es in der Regel nicht. Bei VoiceStream dagegen können die Kunden dank GSM seit 1994 nicht nur fast überall in den USA, sondern auch auch im Ausland telefonieren, was sonst mit US-Handys nicht möglich ist.



Chancen dank UMTS

Mit der Übernahme von VoiceStream durch T-Mobile - nach Einschätzung Rickes dürfte sie im ersten Halbjahr 2001 erfolgen - würde die Zahl der potenziellen Telekom-Kunden um 245 Mill. steigen, das wären 90 % der Amerikaner. Schon heute ist VoiceStream der am schnellsten wachsende Mobilfunkanbieter in den USA. Innerhalb eines Jahres dürfte sich die Zahl der Kunden auf vier Mill. verdoppelt haben. Im Jahr 2010 sollen es bereits 25 bis 30 Mill. sein.

Zwar liegt VoiceStream unter den amerikanischen Anbietern erst auf Platz sechs. Aber das Unternehmen ist die größte Gesellschaft, die GSM-Standard nutzt. Bei dem gewaltigen Kaufpreis von 50 Mrd. US-Dollar komme es nicht auf die aktuellen Kunden an, sondern auf die potenziellen, machte Ricke deutlich. Daher rechne sich dieses Geschäft. Besondere Chancen sieht er nach dem Start der Vermarktung von UMTS, der dritten Mobilfunk-Generation. Ricke geht davon aus, dass UMTS 2002, spätestens 2003 in Deutschland eingeführt wird. In den USA dürfte dies frühestens 2004 der Fall sein.



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