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Telekom und Infineon bestimmen den Dax

Die Titel von SAP und Infineon haben am Dienstag in einem umsatzschwachen und richtungslosen Handel weitgehend das Geschehen bei den deutschen Blue Chips bestimmt. Während die Aktien von SAP nach einer Heraufstufung durch eine Investmentbank deutlich zulegten, führten die Papiere der Deutschen Telekom die Verliererliste an.

rtr/jr FRANKFURT. Der Dax notierte nach zwischenzeitlichen roten Zahlen gegen 17.30 Uhr fast ein Prozent höher bei 6243 Punkten. Nach Meinung von Bernd Kulb, Aktienhändler bei der Hessischen Landesbank, hängt der der Index in einer Spanne zwischen 5950 und 6300 Punkten.

Vom Kursverlust erholen konnte sich die Infineon -Wertpapiere, die auf Vortagesniveau notierten. Der Chiphersteller hatte am Morgen bekannt gegeben, in den USA Aktien platzieren zu wollen. Über einen Verwendungszweck der Erlöse sei noch nicht entschieden worden, sagte eine Sprecherin. Den Zeitpunkt einer Platzierung wollte das Unternehmen nicht nennen. Börsianer in Deutschland sagten, es gebe Spekulationen am Markt, wonach sich der Mutterkonzern Siemens durch die Platzierung von Infineon-Papieren trennen wolle. Die Aussicht auf eine größere Anzahl von Infineon-Aktien belaste den Kurs momentan, sagte ein Händler in Frankfurt. Auf lange Sicht, sei die Platzierung aber möglicherweise positiv zu werten. "Tendenziell könnte auf Grund des dann höheren Free-Floats eine höhere Gewichtung in einzelnen Indizes wie den MSCI erreicht werden. Und das ist wiederum gut."

Die Aktien des größten europäischen Herstellers von Unternehmenssoftware, SAP , führten die Liste der Gewinner im Dax mit einem Plus von rund drei Prozent auf 175,25 Euro an. Händler führten den Anstieg auf eine Heraufstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs auf "European Recommended List" von "Market Outperformer" zurück. Begründet wurde die Neueinschätzung mit dem Wachstumspotenzial, dass SAP als Marktführer im europäischen Sektor für Unternehmenssoftware umsetzen könne. Zudem hatte die Bank ein Kursziel für die Aktien von 225 Euro mitgeteilt.

Ernst Konrad, Fondsmanger bei Activest in München sagte: "Sowohl das SAP-Produkt ERP als auch das Software-Geschäft im Allgemeinen scheint besser zu laufen, als das Hardware-Geschäft. Viele Investoren geben einem Engagement in Software momentan den Vorzug".

Tagesverlierer waren Deutsche Telekom, die 1,3 Prozent auf 24,53 Euro einbüßten. Offenbar droht dem Bonner Telefonriesen nach der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream neues Ungemach aus Übersee. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» hat eine New Yorker Anwaltskanzlei die Telekom wegen der angeblichen Falschbewertung von Immobilien verklagt. Deutsche Bank verbilligten sich um 0,4 Prozent auf 89,51 Euro. Die Frankfurter Großbank hält nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer weiterhin Ausschau nach möglichen Kooperationspartnern.

Kurszuwächse verbuchten die Titel der Lufthansa . Bei einem mit rund 300.000 gehandelten Stücken nur mäßigem Handelsvolumen legten die Aktien um 1,25 Prozent auf 21,85 Euro zu. "Wenn man einen Schlichter wie Genscher hat, dann ist wohl mit einer guten Lösung zu rechnen", sagte ein Händler. Bei den Schlichtungsgesprächen zur Beilegung des Tarifstreits zwischen der Deutschen Lufthansa und der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist nach VC-Angaben nicht vor Donnerstag mit einem Ergebnis zu rechnen. Im MDax gehörten die Titel der Hannover Rückversicherungs AG mit einem Kursverlust von mehr als drei Prozent auf 80,79 Euro zu den größten Verlierern. Das Unternehnen hatte am Morgen mitgeteilt, für das Jahr 2001 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang zu rechen.

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