Telekom und SAP könnten im Mittelpunkt stehen
Dax im Sog negativer Nasdaq-Vorgabe leichter erwartet

"Der Markt ist immer noch angeschlagen, vor allem die Technologieschwäche in den USA dürfte uns hier weiter belasten", sagte ein Händler vor Börsenstart am Montag.

Reuters FRANKFURT, 05. MÄR. Die deutschen Standardwerte werden nach Einschätzung von Händlern zu Wochenbeginn im Sog negativer US-Vorgaben voraussichtlich schwächer in die Sitzung starten. "Der Markt ist immer noch angeschlagen, vor allem die Technologieschwäche in den USA dürfte uns hier weiter belasten", sagte ein Händler am Montag. Am Freitag hatte der deutsche Aktienmarkt fester, die US-Börse Nasdaq dagegen im Minus geschlossen. "Die Bewegung in den USA werden wir zunächst nachvollziehen", sagte der Händler. Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) gegen 8.10 Uhr (MEZ) mit 6 154 Punkten, nach einem Schluss von 6 159,02 Zählern am Freitag. Das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Dax bei 6 151 Zählern.

Im Mittelpunkt des Interesses könnten unter anderen die Titel von SAP, der Telekom sowie die der HypoVereinsbank stehen, nachdem es am Wochenende Medienberichte über die Gesellschaften gegeben hatte.

Die Vorgaben für den deutschen Aktienmarkt waren uneinheitlich. In den USA mussten am Freitag vor allem die Technologietitel deutliche Kursverluste hinnehmen, was Händler auf die Gewinnwarnungen von Oracle und SBC Communications Inc. zurückführten. Die Standardwerte verzeichneten dagegen durchschnittlich leichte Kursgewinne.

Im Mittelpunkt des Geschehens am deutschen Aktienmarkt könnten die Titel von SAP stehen, nachdem zuvor die "Finacial Times Deutschland" (Montagausgabe) berichtete hatte, der Softwarekonzern rechne für das laufende Jahr mit kräftigen Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis. Unter Berufung auf einen Finanzplan des SAP-Vorstandes, der ihm in Eckpunkten vorliege, berichtete das Blatt, SAP erwarte für 2001 eine Steigerung des Vorsteuergewinns von 62 % auf 1,66 Mrd. Euro sowie ein Umsatzplus von 17 % auf 7,55 Mrd. Euro. Bei SAP war am Montagvormittag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch die Aktien der Deutschen Telekom könnten besonderes Interesse auf sich ziehen, nachdem sich Konzernchef Ron Sommer in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" zuversichtlich gezeigt hatte, die geplante Voicestream-Übernahme im zweiten Quartal abzuschließen. Der Telekom-Chef wies zudem Forderungen nach seinem Rücktritt zurück. Das Unternehmen wollte allerdings am Wochenende einen vorab veröffentlichten Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" nicht kommentieren, wonach Telekom-Chef Ron Sommer unter Druck aus den eigenen Reihen steht.

Ebenfalls das Interesse der Anleger könnten die Aktien von der Hypo-Vereinsbank auf sich ziehen. Aus Bankenkreisen hatte es am Sonntag geheißen, das Finanzinstitut wolle in Deutschland rund 100 Filialen schließen und 700 bis 800 Arbeitsplätze in den nächsten ein bis zwei Jahren abbauen. Die Filialschließungen seien Teil eines Plans, Personal für einfache Bankdienstleistungen einzusparen und stattdessen die Beratungen für komplexere Bankgeschäfte aufzustocken, hieß es weiter.

Der Verlust bei dem japanischen DaimlerChrysler-Partner Mitsubishi wird einem Bericht der japanischen Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" vom Sonntag zufolge im laufenden Geschäftsjahr 2000/01 79 % höher liegen als bislang prognostiziert. Mitsubishi wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Mit Blick auf die Konjunktur in Deutschland sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Sonntag in Berlin nach der Sitzung des Bündnisses für Arbeit, er halte trotz der Konjunkturschwäche in den USA und Japan an seinen Zielen beim Wirtschaftswachstum und dem Abbau der Arbeitslosigkeit fest. Er halte in diesem Jahr ein Wachstum von 2,75 bis 2,8 % in Deutschland für realistisch. Das Ziel, bis zur Bundestagswahl 2002 die Arbeitslosenzahl unter drei Mill. zu drücken, scheine ihm erreichbar, sagte Schröder dem ZDF.

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