Telekom verklagt
Teldafax beantragt Verfügung gegen Telekom

Die angeschlagene Marburger Telefongesellschaft Teldafax hat nach eigenen Angaben beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Telekom beantragt. Wie das Unternehmen am Freitag in Marburg mitteilte, soll die Telekom demnach ein Guthaben der Teldafax in Höhe von 7,3 Mill. DM "umgehend zurückzahlen".

rtr MARBURG. Die angeschlagene Marburger Telefongesellschaft Teldafax hat nach eigenen Angaben beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Telekom beantragt. Beim Landgericht Köln wurde ein Eingang der Verfügung zunächst nicht bestätigt. Ein Telekom-Sprecher sagte, über mögliche Rückforderungen müsse im Hauptsacheverfahren entschieden werden.

Der vorläufige Teldafax-Insolvenzverwalter Bernd Reuss erklärte, "wir haben seit der Wiederanschaltung zusätzlich zu den fünf Mill. DM Sicherheitsleistung 11,8 Mill. DM Vorkasse bezahlt, aber nur für 4,5 Mill. DM Leistungen in Anspruch genommen. Die Deutsche Telekom hat die Abrechnung der nicht verbrauchten 7,3 Mill. DM bis heute bewusst verbummelt". Ein Telekom-Sprecher sagte dazu: "Die vom Gericht festgesetzten Zahlungssummen von Teldafax an uns gelten bis zum gerichtlichen Hauptsacheverfahren." Bis dahin habe die Telekom eine Sicherheitsleistung von Teldafax in Höhe von fünf Mill. DM und erwarte einen wöchentlichen Zahlungseingang von fünf Mill. DM Vorauszahlungen für die in Anspruch genommenen Leistungen. Über mögliche Rückforderungen müsse im Hauptsacheverfahren entschieden werden.

Den Angaben zufolge hat Teldafax erst am Montag die Telekom zusätzlich auf 24 Mill. DM verklagt, die diese von den Teldafax-Call-by-Call-Kunden für Leistungen noch vor dem 5. April eingezogen habe. "Die Telekom muss uns dieses Geld aushändigen, ohne es mit unseren Schulden verrechnen zu dürfen, da sie dieses Geld treuhänderisch eingezogen hat", sagte Reuss.

Anfang April hatte Teldafax wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Kurz darauf hatte die Telekom dem Wettbewerber den Netzzugang gekappt, weil Teldafax Nutzungsentgelte von damals rund 90 Mill. DM nicht beglichen hatte. Teldafax konnte rund zwei Wochen darauf beim Kölner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirken, die die Telekom am 20. April zwang, die Netze wieder zusammenzuschließen. Gleichzeitig hatte das Gericht Vorauszahlungen von Teldafax an die Telekom verlangt. Über den Widerspruch der Telekom gegen die einstweilige Verfügung zur Wiederanschaltung an das Netz des Bonner Konzerns entscheidet das Landgericht Köln am 25 Mai. "Wir rechnen damit, dass die einstweilige Verfügung weiter aufrechterhalten wird", sagte ein Teldafax-Sprecher Reuters am Freitag. Teldafax nutzt Vermittlungsleistungen der Telekom, um über deren Netz eigene Dienste anzubieten.

Teldafax will nach Angaben des Unternehmenssprechers noch im Mai die Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 und das erste Quartal 2001 vorlegen. "Die Zahlen liegen noch nicht vor, sollen im Mai aber auf jeden Fall veröffentlicht werden", sagte der Sprecher. Die Gesellschaft arbeite daran, derzeit könne man aber noch nichts dazu sagen. Die Verhandlungen über den Verkauf von Tochtergesellschaften und die Fortführung des Teldafax-Kerngeschäfts seien "weit gediehen". Konkrete Ergebnisse lägen allerdings noch nicht vor.

Die am Neuen Markt notierte Teldafax-Aktie verlor am Freitagnachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 2,22 % auf 0,44 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%