Telekom verliert Bastion
Kabinett macht Weg frei für Call-by-Call im Ortsnetz

Die Bundesregierung hat am Mittwoch den von der Europäischen Union (EU) verordneten Wettbewerb in den Telefon-Ortsnetzen mit der Billigung eines Gesetzentwurfs auf den Weg gebracht.

Reuters BERLIN. Nach einer Verabschiedung im Bundestag und Bundesrat könnten die Verbraucher in Deutschland von Dezember dieses Jahres an bei Gesprächen innerhalb der Ortsnetze wie bereits bei Fern- und Auslandsgesprächen den Anbieter frei wählen. Im Vergleich zu einem früheren Entwurf war die nun gebilligte Novelle des Telekommunikationsgesetzes auf Wunsch des Finanzministeriums geändert worden.

Nach Angaben aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums kommt die Bundesregierung damit der marktführenden Deutschen Telekom und den Betreibern von regionalen Telefonnetzen entgegen. Die von der Telekom und Stadtnetzbetreibern in die Netztechnik getätigten Investitionen sollen durch entsprechende Nutzungsgebühren der Konkurrenten erhalten werden, die die Telekom-Regulierungsbehörde festsetzen wird.

Derzeit werden rund 95 % aller Gespräche in den Telefon-Ortsnetzen über die Telekom abgewickelt. Um mit der Telekom und den Stadtnetzbetreibern in Konkurrenz treten zu können, müssen andere Anbieter deren Verbindungsnetze im Regelfall anmieten, da sie zumeist nicht selbst über eigene Leitungen verfügen.

Bei Fern- und Auslandsgesprächen können die Verbraucher seit dem Jahr 1998 vor jedem Telefon-Gespräch den Anbieter selbst festlegen oder alle Gespräche dauerhaft über einen Anbieter abwickeln. Dadurch war der Marktanteil des ehemaligen Monopolunternehmens Telekom bei Fern- und Auslandsgesprächen deutlich gesunken. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) äußerte die Zuversicht, dass die Verbraucher künftig auch im Ortsnetz die Angebote alternativer Anbieter nutzten.

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