Telekom-Werte unter den Hauptverlierern
Europas Börsen schliessen schwächer

Die europäischen Börsen haben am Freitag zum fünften Mal in Folge überwiegend Verluste verzeichnet. Der DJ Stoxx50-Index lag 0,7 Prozent im Minus bei rund 3560 Zählern. Lediglich in Schweden, Spanien und Österreich stiegen die Indizes.

Reuters - Die positiven Auswirkungen von über den Erwartungen liegenden Zahlen zum US-Bruttoinlandprodukt seien durch enttäuschende Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen zu Nichte gemacht worden, sagten Händler. Einmal mehr waren Telekom-Werte die Hauptverlierer. Doch Händler erklärten, die Sorgen um die Aussichten für Telekom-Dienstleister und Ausrüster hätten sich auf den Gesamtmarkt ausgeweitet. Vodafone büssten 2,9 Prozent ein. Deutsche Telekom mussten gar Kursverluste von 4,5 Prozent hinnehmen. Es sei äusserst schwierig, eine Prognose für die Entwicklung des Sektors abzugeben, hiess es am Markt.

Auch die Sektoren Energie, Finanzen und Versicherungen verzeichneten Verluste von rund einem Prozent. Die Aktien des Chemiekonzerns Bayer verloren 2,4 Prozent. Bayer hatte zuvor einen Rückgang des operativen Gewinns für das erste Quartal bekanntgegeben und auf eine Prognose für den Geschäftsgang 2002 verzichtet. Die Unilever-Valoren zogen dagegen 2,3 Prozent an. Zuvor hatte das Unternehmen einen Gewinnanstieg im ersten Quartal veröffentlicht und am Gewinnziel festgehalten.

FRANKFURT - Konjunkturdaten aus den USA schickten die deutschen Aktienwerte auf eine Berg- und Talfahrt. Nachdem der Deutsche Aktienindex (Dax) nach einem überraschend starken Anstieg des US-Bruttoinlandproduktes (BIP) im ersten Quartal deutlich zugelegt hatte, drückte ein unerwartet deutlicher Rückgang des Verbrauchervertrauens im April den Gesamtmarkt in die Verlustzone. Im Fokus standen unter anderem nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen die Aktien von Schering und Bayer. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab um 0,3 Prozent auf 5038 Stellen nach, nachdem er zuvor auf bis zu 5097 Punkte angestiegen war.

LONDON - Im Zuge nachgebender Öl- und Telekomaktien schloss die Börse London schwächer. Der FTSE-100-Index verlor 0,74 Prozent auf 5159 Zähler. Händler sagten, uneinheitliche Erwartungen bezüglich der Unternehmensresultate würden das Investorenvertrauen belasten. Weiter unter Druck standen die Telekomwerte; die Titel des Moblilfunkanbieters mm02 brachen erneut 7,4 Prozent ein. Marktteilnehmer begründeten den tiefsten Schlusskurs der Aktien mit Sorgen bezüglich des abnehmenden Wachstums der Branche. Die Aktien der Computer-Service-Firma CMG büssten nach Rückstufungen durch die Investmentbanken Merrill Lynch und Credit Suisse First Boston 11,6 Prozent ein. Rund ein Prozent tiefer gingen die Titel von Shell und BP aus dem Handel. Die beiden Erdölkonzerne legen kommende Woche Quartalsresultate vor.

PARIS - An der Pariser Börse gab der CAC-40-Index marginal um 0,07 Prozent auf 4453 Punkte nach. Uneinheitlich aus dem Handel gingen Medien- und Technologiewerte. TF1 verbuchten ein Kursplus von 2,8 Prozent. Zuvor hatte JP Morgan die Titel von "market perform" auf "buy" hochgestuft. Cap Gemini notierten 2,54 Prozent im Plus und machten damit einen Teil der am Vortag verzeichneten Verluste wieder wett. Im Mediensektor büssten die Aktien von Thomson Multimedia 3,8 Prozent ein. Schwächer schlossen auch Dassault Systemes.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien präsentierten sich über weite Strecken gehalten und gaben erst im späten Geschäft stärker nach. Händler sagten, dabei hätten vor allem die Finanzwerte etwas stärker gelitten, während die defensiven Werte einen relativ guten Stand gehabt hätten. Der SMI der Standardwerte schloss um 0,94 Prozent tiefer auf 6530,1 Zähler. Einmal mehr gerieten die Banken angesichts der unsicheren Lage der Börsen, der Konjunktur und wegen möglicher grosser Abschreibungen unter Druck. CS sanken 2,3 und UBS 2,5 Prozent. Bär und Vontobel verzeichneten Abgaben von ebenfalls gut zwei Prozent. Auch die Versicherungen schwächten sich mehrheitlich ab. Zurich , Swiss Re und Swiss Life sanken knapp ein Prozent.

AMSTERDAM/ BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen präsentierten sich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büsste 0,6 Prozent auf 509,26 Punkte ein, während der Brüsseler Bel20-Index 1,2 Prozent auf 2813,8 Zähler verlor. Der Finanzwert Fortis büsste nach der Rückstufung durch CSFB Boden ein. Einen erneuten Einbruch mit Minus 16,4 Prozent erlitten KPNQuest. Leichter schlossen in Brüssel KBC und Dexia. In Amsterdam gewannen dagegen der Chemiekonzern DSM vier Prozent und der Personaldienstleister Vedior 1,6 Prozent.

MAILAND - Erneute Kursverluste bei den Aktien des Autokonzerns Fiat lasteten auf der Mailänder Börse. Der Mib30-Index schwächte sich um 0,48 Prozent auf 32.146 Zähler ab. Fiat, die 4,5 Prozent verloren, seien wiederum von Nachrichten über eine mögliche Rückstufung des Kreditratings der Firma durch Standard & Poor's belastet worden. Im Minus lagen auch die Versicherer Alleanza und RAS.

MADRID - An der Madrider Börse zog der Ibex-35-Index 0,13 Prozent auf 8182 Punkte an. Von Hoffnungen auf eine Fusion profitierten die Titel des Bauunternehmens Dragados und ACS. Entgegen der europäischen Schwäche im Telekomsektor konnten Telefonica 0,3 Prozent zulegen. Fester waren auch die beiden Schwergewichte Banco Bilbao Vizcaya und Santander Central.

STOCKHOLM - Der DJ StoxxNordic-Index kletterte um 1,25 Prozent auf 312,7 Zähler. Händler verwiesen auf positive Zwischenresultaten und Prognosen von Unternehmen wie Skandia oder Elcoteq . Während Skandia 5,6 Prozent gewannen, schnellten Elcoteq fast 14 Prozent in die Höhe. Ericsson konnten 0,4 Prozent vorrücken; die Papiere des Konkurrenten Nokia hingegen verloren ein Prozent.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt schloss gehalten. Der ATX ging mit 1315,72 Punkten 0,1 Prozent fester aus dem Markt. Erste Bank legten zu. Erste Bank erhielt den Zuschlag zum Erwerb von 85 Prozent an der drittgrössten kroatischen Bank, Rijecka Banka. Dies wurde am Freitag aus dem Verkauf nahestehenden Kreisen bekannt. RHI und MMK legten ebenfalls zu.

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