Telekomausrüster in der Krise
Alcatel streicht weitere 1400 Stellen

Die deutsche Tochter des französischen Telekomausrüsters Alcatel will die Zahl ihrer Arbeitsplätze angesichts der anhaltenden Branchenkrise weiter kräftig reduzieren.

Reuters STUTTGART. Im kommenden Jahr sollen rund 1400 Stellen wegfallen, teilte Alcatel SEL AG am Montag in Stuttgart mit. Grund sei die anhaltende Schwäche des Telekommunikationsmarktes. Bereits für 2002 war der Abbau von insgesamt 1250 Jobs angekündigt worden. Zum Ende vergangenen Jahres waren nach Angaben einer Unternehmenssprecherin noch 8900 Menschen bei der auf die Herstellung von Sprach- und Datennetzen spezialisierten Alcatel SEL beschäftigt.

Der neuerliche Personalabbau sei Teil der für 2003 geplanten weltweiten Restrukturierungsmaßnahmen des französischen Mutterkonzerns Alcatel, hieß es. Der Abbau werde sich durch alle Konzernbereiche ziehen. Betroffen seien vor allem die Standorte Stuttgart, Berlin sowie Arnstand/Thürigen, sagte die Sprecherin. Das Management wird den Angaben zufolge hierfür 2002 Vorsorge treffen und entsprechende Rückstellungen in der Bilanz bilden.

Vergangenen Monat hatte der Mutterkonzern angesichts der weltweiten Investitionsflaute im Telekommunikationssektor weitere 20 000 Stellenstreichungen ankündigt. Damit dürfte die Zahl der Mitarbeiter bis Ende kommenden Jahres auf 60 000 von 83 000 zum Ende vergangenen Jahres zurückgehen. Das Unternehmen hatte im abgelaufenen dritten Quartal unter anderem aufgrund hoher Restrukturierungskosten seinen Verlust überraschend deutlich auf 1,35 Milliarden Euro binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt.

Bei Alcatel SEL hieß es am Montag weiter, der Vorstand habe den Aufsichtsrat davon in Kenntnis gesetzt, dass die Hauptaktionärin Alcatel Telecom Beteiligungsgesellschaft das Verfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung (Squeeze out) einleiten werde. Die Übertragung der Aktien an die Hauptaktionärin soll auf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung der Alcatel SEL AG - voraussichtlich im Juni 2003 - beschlossen werden. In der Alcatel SEL AG hat die französische Konzernmutter den Großteil ihres Deutschland-Geschäfts gebündelt. Alcatel hält mittelbar 99,6 Prozent. Die Aktien der SEL AG notierten am Frankfurter Parkett am Nachmittag zwölf Prozent höher bei 132 Euro.

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