Telekomgesellschaften und Banken unter Druck
Milzbrand-Berichte bremsen Aufwärtstrend an Wall Street

Weitere Berichte über mögliche Milzbrand-Fälle in den USA haben die Aufwärtsbewegung an der Wall Street am Montag nach Händlerangaben gebremst. Die Aktien seien nicht weiter gestiegen, als Meldungen aus Washington über den Tod zweier Postangestellter den Markt erreicht hätten, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Die beiden Angestellten, die mit Post für das Regierungsviertel beschäftigt gewesen seien, würden auf Lungenmilzbrand getestet, sagte der Chef der US-Gesundheitsbehörde Ivan Walks. "Milzbrand ist eine Sorge, und es kann zu einer Drehung des Marktes führen", sagte Jim Herrick, Geschäftsführer Aktienhandel bei Robert W. Baird & Co. Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung der US-Konjunktur im kommenden Jahr und weitere Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) hatten die Kurse zunächst deutlich anziehen lassen.

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 20.15 Uhr MESZ rund 0,7 % höher auf 9274,97 Zählern. Der Nasdaq-Composite-Index kletterte rund 0,80 % auf 1685,19 Punkte. Die ersten Testergebnisse für einen der Postangestellten seien "verdächtig", die Umstände des Todes des zweiten seien "höchst verdächtig", sagte Walks weiter. Zwei Verdachtsfälle von Lungenmilzbrand in der Poststelle, die Sendungen für das Regierungsviertel bearbeitet, hätten sich inzwischen bestätigt.

Zunächst hatte der Markt Sorgen über die Entwicklung des Krieges in Afghanistan und die US-Wirtschaft nach Händlerangaben in den Hintergrund gedrängt. Positiv sei, dass die Quartalsergebnisse vieler Unternehmen bisher im Rahmen oder über den Erwartungen der Analysten ausgefallen seien, hieß es auf dem Parkett. "Es gibt die Auffassung im Markt, dass eine weitere (zehnte) Leitzinssenkung gepaart mit den angepeilten Steuererleichterungen eine Erholung der Wirtschaft im zweiten Quartal 2002 mit sich bringen dürfte", sagte Larry Rice, Investmentleiter bei Josephtal, Lyon & Ross. Die Marktteilnehmer seien inzwischen weit gehend immun gegen schlechte Nachrichten in den Quartalsbilanzen geworden, sagten Börsianer.

Bei den Blue Chips standen nach Händlerangaben die Aktien des zweitgrößten lokalen US-Telefonanbieters SBC Communications und die Titel der Minnesota Mining & Manufacturing Co(3M) im Blickpunkt der Anleger. SBC verloren im Verlauf rund fünf Prozent auf 41,45 $. Die Kursverluste der Aktie hätten die Gewinne des Dow-Jones-Index gebremst, sagten Händler. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im dritten Quartal sei der Gewinn vor Sonderposten zwar leicht gesteigert worden. Wegen der aktuellen Wirtschaftsflaute sollten jedoch Kosten gespart werden. Die Aktien von 3M legten dagegen rund 3,5 % auf 105,69 $ zu. Der Gewinn im dritten Quartal war nach Unternehmensangaben zwar um 21 % gesunken. Das Unternehmen wolle aber im vierten Quartal Zahlen am unteren Ende der Prognosen vorlegen.

Die Titel der EMC Corp gehörten nach Händlerangaben zu den am aktivsten gehandelten Werten an der New York Stock Exchange. Das Datenspeicherunternehmen hatte zuvor eine strategische Partnerschaft mit dem Computerkonzern Dell angekündigt. Die Aktie stieg 4,2 % auf zwölf $.

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