Telekommunikation
Frist zur Netzabschaltung von KPNQwest verlängert

Die Treuhänder des zahlungsunfähigen Telekommunikationskonzerns KPNQwest wollen nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen den Kunden des Unternehmens mehr Zeit zum Begleichen unbezahlter Rechnungen einräumen.

Reuters AMSTERDAM. Damit wäre eine Abschaltung des größten europäischen Netzwerks zunächst aufgeschoben.

Die Frist für die Kunden, zu denen unter anderem die niederländische Bank ABN Amro und die US-Computerkonzerne Dell und Hewlett-Packard gehören, solle nunmehr am Dienstag um 12 Uhr MESZ auslaufen, hieß es in den Kreisen weiter. "Die Verwalter wollen die Frist verlängern, um den Kunden mehr Zeit zu geben, die Gelder zu überweisen, vorausgesetzt, dass sie verbindliche Zahlungszusagen geben", hieß es. "Die Dinge verbessern sich zunehmend."

Ursprünglich war das Fristende für Montag bei Geschäftsschluss festgesetzt worden. Der wichtigste Kunde und Großaktionär von KPNQwest, der niederländische Telefonkonzern KPN, sagte inzwischen die Zahlung von mehreren Millionen Euro an außenstehenden Rechnungen zu. Der KPN-Konzern, der bereits einige Mittel aufgebracht hatte, um KPNQwest liquide zu halten, bestreitet jedoch, dass er dem Telekom-Unternehmen 23 Millionen Euro schuldet. Der größte europäische Kabel-TV-Betreiber, United Pan-Europa Communications teilte am Montag mit, er werde seine Internet-Kommunikation nicht mehr über das Netzwerk von KPNQwest laufen lassen.

Die Treuhänder von KPNQwest führen Gespräche mit verschiedenen Gruppen, die an einer Übernahme von Teilen der Gruppe zu Ausverkaufspreisen interessiert sind. Mit dem Erlös sollen die Bankschulden des Unternehmens beglichen werden. In den Kreisen hatte es zuvor geheißen, die Geschäftsleitung habe einen Plan ausgearbeitet, das Unternehmen mit stark reduzierter Belegschaft weiterzuführen. Der Plan müsse aber noch von den Treuhändern und einem Richter genehmigt werden.

KPNQwest, das einst einen Marktwert von rund 42 Milliarden Euro hatte, hatte im Mai Gläubigerschutz beantragt, nachdem der Aufsichtsrat mit Vertretern der Haupteigentümer KPN und dem US-Konzern Qwest Communications zurückgetreten war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%